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/ 21.06.2013
Emil Brix / Jürgen Nautz / Rita Trattnigg / Werner Wutscher (Hrsg.)

State and Civil Society

Wien: Passagen Verlag 2008 (Civil Society der Österreichischen Forschungsgemeinschaft 11); 251 S.; 28,90 €; ISBN 978-3-85165-829-3
In den Aufsätzen des Bandes geht es um die zukünftige Verteilung von Kompetenzen zwischen dem Staat, der Zivilgesellschaft und dem Individuum. Unter der Prämisse, dass die Prozesse der Europäisierung und Globalisierung sich ebenfalls auf die Verteilung von Macht auswirken, wird danach gefragt, wie sich Regieren und Partizipation unter diesen Veränderungen gestalten. Bekanntlich ist das Konzept des Nationalstaates in den vergangenen Jahren zunehmend infrage gestellt worden; das lässt auf einen Bedeutungszuwachs für die Zivilgesellschaft und Einzelne schließen. Jan Kubik stellt in seiner Untersuchung zu Traditionen und neuen Entwicklungen im Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und Staat fest, dass eine häufige Annahme nicht stimmt: „The globalization/transnationalization does not seem to be replacing local- or nation-level organizing“ (47). Viel eher würden sich komplexe Strukturen auf verschiedensten Ebenen ausbilden und sich die Koalitionen transnationaler Aktivisten verdichten. So würden die Staatengrenzen keineswegs unbedeutender werden. Auch hier zeige sich ein komplexes System der Koexistenz von nationalen und transnationalen Netzwerken der Aktivisten, betont Kubik. Annette Zimmer beschreibt in ihrem Beitrag u. a. das Konzept der Zivilgesellschaft in der Politik der Europäischen Union. Seit den 90er-Jahren habe man auf EU-Ebene erkannt, dass Organisationen der Zivilgesellschaft als Träger von Normen, Ideen und sozialen Konzepten als wertvolle gesellschaftliche wie auch individuelle Integrationsfaktoren gesehen werden müssen. Zimmer führt darüber hinaus aus, dass es in theoretischer Hinsicht gerade die Zivilgesellschaft sein könnte, die das Regieren mit der partizipatorischen Demokratie verbindet. Die Autorin verknüpft mit dieser Überlegung eine konkrete Hoffnung: „As actors of governance arrangements civil society organisations might provide the potential of tackling the notorious democratic deficit of European policy making“ (182). Der Band ging aus der Konferenz „Civil Society and the State“ an der Diplomatischen Akademie Wien im Mai 2006 hervor.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.22.212.222.42.613.4 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Emil Brix / Jürgen Nautz / Rita Trattnigg / Werner Wutscher (Hrsg.): State and Civil Society Wien: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28910-state-and-civil-society_34127, veröffentlicht am 10.06.2009. Buch-Nr.: 34127 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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