/ 20.06.2013
Andrei Corbea-Hoisie / Rudolf Jaworski / Monika Sommer (Hrsg.)
Umbruch im östlichen Europa. Die nationale Wende und das kollektive Gedächtnis
Innsbruck u. a.: Studien Verlag 2004 (Gedächtnis - Erinnerung - Identität 5); 167 S.; 22,- €; ISBN 3-7065-1930-5Der Sammelband ist aus einer internationalen und interdisziplinären Tagung mit dem Titel „Die nationale Wende und das kollektive Gedächtnis nach 1990" hervorgegangen. Sie wurde von der Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie in Kooperation mit der Brünner Außenstelle des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts im Rahmen des Forschungsprojekts „Orte des Gedächtnisses" organisiert und von der VolkswagenStiftung finanziert. Die Autoren versuchen ebenso grundsätzlich wie exemplarisch, der Erinnerungskultur nach dem Ende des Kommunismus nachzugehen und Verständnis für die Aufarbeitung und Neuinterpretation der eigenen Geschichte Ostmitteleuropas zu wecken. Die komparativ angelegten und auch politologisch interessanten Überblicksartikel bilden einen Schwerpunkt des Bandes. So thematisiert der Berliner Ethnologe Peter Niedermöller das weite Spannungsfeld zwischen Politik, Moral und Geschichte in den Transformationsstaaten und geht dabei auf die ihnen zugrunde liegenden vorkommunistischen Nationsvorstellungen ein. Dem stehen länder- oder /index.php?option=com_content&view=article&id=41317spezifische Tiefenbohrungen gegenüber, wie die des ungarischen Historikers Czaba G. Kiss zu den Nationalhymnen als staats- und volkspolitische Symbole oder die des in Prag lebenden Michael Shafir zu den Trägergruppen des wiederauflebenden Antisemitismus.
Aus dem Inhalt:
Peter Niedermöller:
Der Mythos der Gemeinschaft: Geschichte, Gedächtnis und Politik im heutigen Osteuropa (11-26)
Czaba G. Kiss:
Nationalhymnen in Ostmitteleuropa nach 1989: Kontinuitäten und Diskontinuitäten (45-56)
Michael Shafir:
Anti-Semitism in post-communist East Central Europe: A motivational Taxonomy (57-80)
Jaroslav St?itecký:
Das kollektive Gedächtnis oder die kollektive Selbstverdrängung? Zu den nationalen Identitätsmustern nach 1989 (81-92)
Jan Pauer:
Geschichtsdiskurse und Vergangenheitspolitik in der Tschechischen und Slowakischen Republik nach 1989 (93-107)
Karin Liebhart:
Neuentwürfe nationaler Identitäten im Prozess der europäischen Integration: Tourismus-Images und nationale Selbstbilder in Bulgarien, Österreich und Ungarn (149-162)
Peter A. Zervakis (PZ)
Dr., Projektleiter Bologna-Prozess, Hochschulrektorenkonferenz, Bonn.
Rubrizierung: 2.62 | 2.23 | 2.4
Empfohlene Zitierweise: Peter A. Zervakis, Rezension zu: Andrei Corbea-Hoisie / Rudolf Jaworski / Monika Sommer (Hrsg.): Umbruch im östlichen Europa. Innsbruck u. a.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22685-umbruch-im-oestlichen-europa_25888, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25888
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Dr., Projektleiter Bologna-Prozess, Hochschulrektorenkonferenz, Bonn.
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