/ 12.06.2013
Viktoria Pollmann
Untermieter im christlichen Haus. Die Kirche und die "jüdische Frage" in Polen anhand der Bistumspresse der Metropolie Krakau 1926-1939
Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2001 (Jüdische Kultur 9); XII, 456 S.; geb., 54,- €; ISBN 3-447-04506-XReligionswiss. Diss. Berlin; Gutachter: K. Zernack, H. Haumann. - Die Arbeit ist ein sehr spezieller und dennoch wichtiger Beitrag zum großen Gebiet der Antisemitismusforschung. Mit einem anerkennenswerten Aufwand untersucht die Autorin, beinahe akribisch, die Bistumspresse Krakaus unter dem Gesichtspunkt der Haltung zum Judentum. Und gerade dieser Ausschnitt eines meinungsbildenden Mediums ist es, der dem so schwer fassbaren Phänomen des Antisemitismus ein Stück Anonymität nimmt. Oft beleuchtete Faktoren wie: Juden als negativer Wirtschaftsfaktor, Juden als Fremde oder Juden als Bedrohung der christlichen Moral, erlangen hier am konkreten Beispiel einen sonst fehlenden Alltagsbezug. Dennoch hätte man sich ein wenig mehr Selbstbewusstsein beim Umgang mit dem - zugegebenermaßen schwierigen - Thema gewünscht. So verlängern übervorsichtige Formulierungen die ohnehin schon sehr dicht angelegten Kapitel unnötig. Trotzdem bringt diese Arbeit die Erforschung des klerikalen Antisemitismus einen Schritt weiter.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.62 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Viktoria Pollmann: Untermieter im christlichen Haus. Wiesbaden: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14201-untermieter-im-christlichen-haus_21359, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21359
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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