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/ 03.06.2013
Sabine Hofmann / Ferhad Ibrahim (Hrsg.)

Versöhnung im Verzug. Probleme des Friedensprozesses im Nahen Osten

Bonn: Bouvier Verlag 1996; 315 S.; geb., 44,- DM; ISBN 3-416-02639-X
Zumeist auf einer Vorlesungsreihe des Fachbereichs Politische Wissenschaft der FU Berlin im Wintersemester 1995/96 basierend, wenden sich die zwölf Beiträge weniger an ein wissenschaftliches denn an ein allgemeinpolitisch interessiertes Lesepublikum. Der eher populärwissenschaftliche Duktus ebenso wie die weitgehende Ausblendung historischer Bezüge erklären sich vor diesem Hintergrund. Analysiert werden Stand, Probleme und Perspektiven der nahöstlichen Friedensbemühungen, die zentralen Konfliktstrukturen sowie die Rolle der Akteure (einschließlich der EU, der Vereinigten Staaten und der Türkei). Zahlreiche Autoren betonen den asymmetrischen Charakter der Vereinbarungen zwischen Israel und seinen arabischen Verhandlungspartnern, die den sich jüdisch definierenden Staat von einem Pariah-Staat in der Region zu einer anerkannten nahöstlichen Wirtschaftsmacht avancieren lassen. Überzeugender als die gelegentlich plakative Kritik an der israelischen Machtpolitik ist der theoriegeleitete Versuch einer Erklärung des Zustandekommens der jüngsten Abkommen, wie er beispielhaft von Beck anhand des Konzepts der (wirtschaftlichen und politischen) Rente unternommen wird. Inhalt: Klaus Timm: Fünf Jahre Nahost-Verhandlungen: Ergebnisse, Erfahrungen und Optionen politischer Regelungen (23-57); Dieter Weiss: Kooperationspolitiken der Europäischen Union gegenüber der arabischen Welt – Szenarien und Optionen (58-78); Stefan Braun: Die amerikanisch-israelischen Beziehungen und die Friedenssuche im Nahen Osten (79-106); Martin Beck: Der Friedensprozeß und die Rentenstrukturen im Vorderen Orient (107-132); Ludwig Watzal: Der israelisch-palästinensische Friedensprozeß: Palästinas Weg in die Bantustanisierung? (133-150); Volker Perthes: Syrien, Libanon und die schwierige Suche nach dem Frieden (151-165); Ferhad Ibrahim: Jordaniens Frieden mit Israel: Eine Zwischenbilanz (166-191); Sabine Hofmann: Implikationen des Friedensprozesses für die Wirtschaftsbeziehungen Israels (192-218); Gülistan Gürbey: Zur Rolle der Türkei im Nahost-Friedensprozeß (219-237); Manuel Schiffler: Wasser im Nahen Osten: Kriegsursache oder Friedensbringer (238-255); Claudia Schmid: Regionale Sicherheit im Nahen Osten (256-277); Abraham Ashkenasi: Jerusalem: Bau- oder Stolperstein für den Frieden? (278-286).
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 2.634.414.223.6 Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Sabine Hofmann / Ferhad Ibrahim (Hrsg.): Versöhnung im Verzug. Bonn: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2109-versoehnung-im-verzug_2568, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2568 Rezension drucken
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