/ 20.06.2013
Daniel Hausknost
Weg ist das Ziel. Zur Dekonstruktion der Ökologiebewegung
Wien: Lit 2005 (Die kommende Demokratie 1); 174 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-8258-8500-3Der Verfasser unterstellt, dass die Umweltbewegung implizit auch immer einen genuin systemkritischen Anspruch verfochten habe und nicht nur Verbesserungen des Umweltschutzes gewollt, sondern auch das Ziel einer radikalen Transformation des Kapitalismus verfolgt habe. Mit diesem Anspruch sei die Ökologiebewegung jedoch inzwischen offensichtlich gescheitert. Heute sei der Umweltschutz weitgehend institutionalisiert, in das System integriert und so seiner politischen Brisanz beraubt worden. Ökologie sei damit zu einem weiteren Faktor der Steigerung der Effizienz und Produktivität des Kapitalismus geworden, ökologische Forderungen hätten den Charakter einer Dienstleistung gegenüber den Konsumenten bekommen, um diese z. B. vor mit Medikamenten belasteten Lebensmitteln oder giftigen Chemikalien in Möbeln zu schützen. Dabei habe die Bewegung das grundlegende Ziel der Systemveränderung weitgehend aufgegeben. Der Autor, selbst Umweltaktivist, untersucht die Gründe für das Scheitern dieser politischen Ambitionen und entwickelt Perspektiven für eine Wiederbelebung und Rückeroberung dieses Anspruches. Dabei behandelt er vorwiegend die Situation der österreichischen Umweltbewegung.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.22 | 2.261 | 2.4
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Daniel Hausknost: Weg ist das Ziel. Wien: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24317-weg-ist-das-ziel_28027, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 28027
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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