/ 03.06.2013
Sabine Schülting
Wilde Frauen, fremde Welten. Kolonisierungsgeschichten aus Amerika
Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1997; 298 S.; 26,90 DM; ISBN 3-499-55580-8In dieser kulturwissenschaftlichen Studie werden Amerikabilder analysiert, wie sie sich in der Reiseliteratur und in graphischen Darstellungen von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert finden. Dabei ist die Auswahl der Text- und Bildquellen "eher ein bizarres Sammelsurium als eine wohl geordnete Bibliothek, Kuriositäten stehen neben allzu Vertrautem, mittelalterliche Legenden neben den Anfängen von neuzeitlicher Geographie und Ethnographie" (17). Kolonisierung erscheint darin als "naturhafte Begegnung" männlicher Reisender, Entdecker und Eroberer mit "fremden Frauen" und einer "feminisierten Fremde" insgesamt. Diese Repräsentation des "europäisch-zivilisierten" Blickes auf das exotische "Andere" in Metaphern und Bildsymbolen des Geschlechterverhältnisses weise, so die These der Autorin, vielfältige Parallelen zwischen der Kolonisierung der Neuen Welt und der Ordnung der Geschlechter auf, deren Untersuchung zum Ausgangspunkt einer originellen Neubewertung der Motive, Leitvorstellungen und Verhaltensweisen im Kolonisierungsprozeß genommen wird.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.27 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Sabine Schülting: Wilde Frauen, fremde Welten. Reinbek: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2050-wilde-frauen-fremde-welten_2488, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 2488
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
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