/ 18.06.2013
Hans Karl Peterlini
Wir Kinder der Südtirol-Autonomie. Ein Land zwischen ethnischer Verwirrung und verordnetem Aufbruch
Wien: Folio 2003; 208 S.; hardc., 18,- €; ISBN 3-85256-230-9Peterlini, Chefredakteur des Südtiroler Magazins „ff" und zweisprachig in Bozen aufgewachsen, erzählt die Geschichte der ethnischen Konflikte in Südtirol: In früheren Jahren noch von Terroranschlägen überschattet, gilt die Region inzwischen als eine mit der höchsten Lebensqualität Italiens und als Musterbeispiel für den Umgang mit ethnischen Problemen. Doch das Ende des Terrors, die Annäherung insbesondere zwischen deutsch- und italienischsprachigen Bevölkerungsgruppen und die zunehmende Auflösung der alten Feindschaften bedeuten noch lange nicht das tatsächliche Ende der Konflikte. Im Gegenteil: Unter der Oberfläche eines friedlichen Nebeneinanders gären die alten Vorurteile und Feindbilder weiter und brechen manchmal mit Heftigkeit wieder hervor. Das jüngste Beispiel dafür war das Referendum vom 6. Oktober 2002, bei der die italienische Bevölkerungsgruppe die politisch umstrittene Benennung eines Platzes durchsetzen konnte. Dieses widersprüchliche Verhältnis von Annäherung und Ablehnung, von Abgrenzung und zunehmender Aufweichung der Unterschiede zeichnet der Autor locker und zugleich fundiert nach, wobei er häufig exemplarisch auch seine ganz persönlichen Erfahrungen mit einfließen lässt.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.61 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Hans Karl Peterlini: Wir Kinder der Südtirol-Autonomie. Wien: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18931-wir-kinder-der-suedtirol-autonomie_21962, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21962
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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