/ 04.06.2013
Richard Saage / Gunnar Berg (Hrsg.)
Zwischen Triumph und Krise. Zum Zustand der liberalen Demokratie nach dem Zusammenbruch der Diktaturen in Osteuropa
Opladen: Leske + Budrich 1998; 484 S.; 68,- DM; ISBN 3-8100-1794-9Der Band bietet eine Bestandsaufnahme der liberalen Demokratie im achten Jahr nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus in Osteuropa. Die Beiträge, hervorgegangen aus einem Symposium, das im November und Dezember 1996 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg abgehalten wurde, bewegen sich im Spannungsfeld zwischen einer optimistischen und einer pessimistischen Prognose der Zukunft des westlichen Demokratiemodells. Besonders deutlich treten derart unterschiedliche Einschätzungen in den teilweise kontrovers geführten Diskussionen zutage, die jeden Themenkomplex abrunden.
Aus dem Inhalt: I. Einleitung: Richard Saage: Liberale Demokratie. Zur aktuellen Bedeutung eines politischen Begriffs (21-30). II. Die liberale Demokratie zwischen Globalisierung und Standortlogik: Johannes Agnoli: Der Markt, der Staat und das Ende der Geschichte (33-38); Wolfgang Engler: Menschenwürde und Standortlogik? Die liberale Demokratie am Scheideweg (39-48); Walter Euchner: Kommentar zu den Referaten von Wolfgang Engler und Johannes Agnoli (49-55). III. Die liberale Demokratie im postsozialistischen Transformationsprozeß: Janusz Sztumski: Zwischen katastrophaler Kapitalisierung und kapitaler Katastrophe. Bemerkungen zu den Transformationsprozessen in Osteuropa (71-76); Endre Kiss: Geschriebene und ungeschriebene Demokratie in der postsozialistischen Transformation (77-84); Friedrich Schorlemmer: Vom demokratischen Zentralismus zur liberalen Demokratie - Verwerfungen und Perspektiven (85-99). IV. Die liberale Demokratie im Spannungsfeld zwischen Nationalstaat, Bürgerstatus und Weltgesellschaft: Helmut Willke: Supervision des Staates: Die Herausforderung der Politik durch laterale Weltsysteme (119-139); Helmut Dubiel: Privilegierte Fremde? Überlegungen zur europäischen Staatsbürgerschaft (141-150); Walter Reese-Schäfer: Clash of Paradigms. Kulturtheorie oder Modernisierungstheorie als Deutungsmuster politischer Konfliktlinien (151-165); Wolf-Dieter Narr: Zahl, Zeit, Raum - Zur mangelhaften sozialen Materialität der Demokratietheorie(n) (167-188); Roland Roth: Globalisierung, Nationalstaat und Bürgerstatus. Einige Anmerkungen zu den Beiträgen von Helmut Willke; Helmut Dubiel und Wolf-Dieter Narr (189-199). V. Podiumsdiskussion: Zwischen Triumph und Krise? Die liberale Demokratie nach dem Ende des Realsozialismus; VI. Faktische und normative Ressourcen des Zusammenhalts liberaler Demokratien: Manfred G. Schmidt: Die politische Produktivität liberaler Demokratien (243-268); Willem van Reijen: Das (Un-)heil des Kommunitarismus (269-285); Burkhard Wehner: Konstruktive Systemkritik. Über das unwegsame Terrain zwischen Utopie und reformerischem Flickwerk (287-302); Erhard Forndran: Zur Leistungsfähigkeit demokratischer Staaten und zu demokratietheoretischen Folgerungen - ein Kommentar (303-327). VII. Demokratiefähigkeit und Beweislasten westlicher politischer Systeme: Hella Mandt: Demokratiefähigkeit - Gegenwartsprobleme westlicher politischer Systeme (345-357); Claus Offe: Bewährungsproben. Über einige Beweislasten bei der Verteidigung der liberalen Demokratie (359-372). VIII. Diagnosen, Handlungsfähigkeit und Legitimationskrisen der liberalen Demokratie: Hermann Klenner: Zum Spannungsverhältnis zwischen Rechtsstaat und Gerechtigkeit (393-401); Frank R. Pfetsch: Handlungsfähigkeit und Legitimation des demokratischen Verfassungsstaates (403-424); Gert Schäfer: Erfindungen und Abgesänge des Politischen (425-460).
Christoph Emminghaus (cem)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Christoph Emminghaus, Rezension zu: Richard Saage / Gunnar Berg (Hrsg.): Zwischen Triumph und Krise. Opladen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4283-zwischen-triumph-und-krise_6041, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6041
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Dr., Politikwissenschaftler.
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