/ 20.06.2013
1914-1918
David Stevenson
1914-1918. Der Erste Weltkrieg. Aus dem Englischen von Harald Ehrhardt und Ursula Vones-Liebenstein
Düsseldorf: Artemis & Winkler 2006; 799 S.; geb., 39,90 €; ISBN 978-3-538-07214-5„Alle militärischen Unternehmungen, so legitim ihre Motive auch sein mögen, bergen das Risiko, dass sie das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zwischen Zweck und Mittel verletzen und dass sie zu einem schlechten Krieg und zu einem schlechten Frieden führen werden. Der Krieg von 1914-1918 und die nachfolgende Einigung sind archetypisch für beide Erscheinungen, und die durch Studien gewonnenen Einsichten sind universell anwendbar, auch wenn nur als entfernte, aber machtvolle Warnung.“ (68...
David Stevenson
1914-1918. Der Erste Weltkrieg. Aus dem Englischen von Harald Ehrhardt und Ursula Vones-Liebenstein
Düsseldorf: Artemis & Winkler 2006; 799 S.; geb., 39,90 €; ISBN 978-3-538-07214-5„Alle militärischen Unternehmungen, so legitim ihre Motive auch sein mögen, bergen das Risiko, dass sie das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zwischen Zweck und Mittel verletzen und dass sie zu einem schlechten Krieg und zu einem schlechten Frieden führen werden. Der Krieg von 1914-1918 und die nachfolgende Einigung sind archetypisch für beide Erscheinungen, und die durch Studien gewonnenen Einsichten sind universell anwendbar, auch wenn nur als entfernte, aber machtvolle Warnung.“ (689) Stevensons Quintessenz seiner Darstellung zum Ersten Weltkrieg hat heute – im Zuge der Debatten um den Irak-Krieg - einen aktuelleren sicherheitspolitischen Bezug, als es der Autor 2003 bei seiner Abfassung vermutet haben mag. Inhaltlich findet sich für den Fachmann zwar nichts Neues, aber Stevenson überzeugt mit einem prozessorientierten Ansatz, den er konsequent aus der Vorgeschichte heraus entwickelt, in der Darstellung des Krieges nicht vernachlässigt, um ihn dann in der Nachgeschichte des Krieges nicht nur im Friedensschluss von Versailles zum Abschluss zu bringen, sondern bis in die Perzeptionsgeschichte nach 1945 zu verfolgen. Wenn man so will liegt Stevensons Stärke eben darin, die Frage nach Ursache, Verlauf und Ende des Krieges konsequent und abschließend zu betrachten, ohne die Darstellung selbst durch neuinterpretatorischen Ehrgeiz oder durch klassische Schwerpunktbildungen einzuengen. Das Ergebnis ist eine angenehm lesbare Gesamtschau, die auch für den interessierten Laien erträglich die Waage hält zwischen Abstraktion und Detaildarstellung.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.1 | 2.311 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: David Stevenson: 1914-1918. Düsseldorf: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25578-1914-1918_29671, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29671 Inhaltsverzeichnis Rezension druckenDr., Historiker.
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