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/ 11.09.2014
Torben Heinze

A Tale of Many Stories. Explaining Policy Diffusion between European Higher Education Systems

Online-Publikation 2013 (http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000013783/UB_thesis_heinze_elektronisch.pdf); XI, 519 S.
Diss. FU Berlin; Begutachtung; T. A. Börzel, D. Levi‑Faur. – Die Diffusionsforschung richtet ihren Blick auf den Wandel, den Transfer und die Übernahme von speziellen Ideen, Ansätzen und Instrumenten. Sie existiert bereits seit einigen Dekaden, ist aber erst in den vergangenen Jahren in der empirisch‑analytisch orientierten Politikwissenschaft auf immer größeres Interesse gestoßen. Auch Torben Heinze widmet sich diesem Forschungsbereich und entwickelt einen Ansatz zur systematischen und komparativen Analyse von Diffusionsprozessen und deren Effekten. Er konzentriert sich hierbei auf die in diesem Forschungszweig bisher wenig beachtete Policy der höheren Bildung. „The core questions addressed are: If and under which conditions diffusion mechanisms lead to adaption of public policies? And what is the interplay between international, national, and policy‑specific factors in determining cross‑national patterns of policy adoption?” (1‑1) Hierfür eignet sich Heinze zunächst die in der Literatur diskutierten internationalen, nationalen und policy‑spezifischen Faktoren an, die Diffusionsprozesse und die Übernahme von öffentlichen Policies fördern oder hemmen. Darauf aufbauend arbeitet Heinze ein Set an Hypothesen heraus, die er aus den in Kapitel 2 vorgestellten Ansätzen zum Lernen (rational, begrenzt rational, problemgeleitet), zur Sozialisation (Netzwerk und Peer), zu Externalitäten (vorrangig gestützt auf Wettbewerb, aber auch brain drain) und zum Common Response (Regierungen sind oft ähnlichen Problemen und exogenen Stimulationen ausgesetzt) entwickelt. In seine quantitativ ausgerichtete Analyse bezieht Heinze 16 westeuropäische Länder über einen Zeitraum von 18 Jahren (1980‑1998) ein und nutzt insgesamt 14 Items, die die Reformen öffentlicher Universitäten beschreiben. Er testet die Kovarianzen stufenweise und durch mehrere Modelle, deren methodische Aspekte und Absicherung viel Raum in den jeweiligen Zusammenfassungen einnehmen. Die Berechnungen zeigen unter anderem, dass robuste Lerneffekte nur dann bestätigt werden können, wenn auch ein Anstieg der Studierendenzahlen zu verzeichnen ist. Nur wenige Hypothesen des Sozialisationsansatzes konnten von Heinze verifiziert werden. So spielt beispielsweise eine von Mitgliedern intergouvernementaler Organisationen gemeinsam geteilte ideologische Disposition eine signifikante Rolle für Beitrittsbedingungen von Nicht‑EU‑Ländern. Die zuvor herausgearbeiteten Hypothesen über externe Effekte hielten ebenfalls nur bedingt den empirischen Tests stand.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 3.5 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Torben Heinze: A Tale of Many Stories. 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37515-a-tale-of-many-stories_45347, veröffentlicht am 11.09.2014. Buch-Nr.: 45347 Rezension drucken
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