/ 03.06.2013
Hans-Günther Weber
Abschied von Deutschland. Die Wandlung der SPD von Schumacher bis Lafontaine
München: Universitas 1996; 165 S.; 29,90 DM; ISBN 3-8004-1334-5Neben dem Bedauern darüber, daß sich die SPD von der nationalen Orientierung unter Kurt Schumacher, dem der Autor parteipolitisch und freundschaftlich verbunden war, abgewandt hat, drückt sich im vorliegendem Werk die unverblümte, aber kaum begründete Ablehnung linker Positionen in der SPD aus. So polemisiert der Autor gegen die Studentenrevolte der 68er, deren Folgen "wir zum Nachteil der Sicherheit und wirtschaftlichen Stabilität in diesen neunziger Jahren" (10) erleben, die Bewegung der sexuellen Befreiung, die "Tugenden wie Treue und Partnerschaft" (47) zerstörte oder gegen die "gefährliche 'ökologische Steuerreform'" (159) Lafontaines und dessen Plädoyer für eine strukturelle linke Mehrheit, worin Weber einen Wechsel "von einer Zusammenarbeit der demokratischen Parteien zum Volksfrontbündnis" (159) sieht. Besonderen Wert legt der Autor daneben auf die Darstellung des Widerstandes rechter Sozialdemokraten gegen die linken Volksfrontpläne, der in die Gründung der SDU (Sozialdemokratische Union) Anfang 1977 mündete. Was sich im Titel wie eine Analyse des Wandels sozialdemokratischer Positionen ausnimmt, gerinnt dem Autor zu einem Brei von Schilderungen persönlicher Erlebnisse und Enttäuschungen, Abrechnungen und Allgemeinplätzen.
Wolfgang Wagner (WW)
Diplom-Kaufmann, Dr. rer. pol., Politologe, Gütersloh.
Rubrizierung: 2.331 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Wolfgang Wagner, Rezension zu: Hans-Günther Weber: Abschied von Deutschland. München: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2157-abschied-von-deutschland_2622, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 2622
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Diplom-Kaufmann, Dr. rer. pol., Politologe, Gütersloh.
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