/ 21.06.2013
Gerhard Bäcker / Martin Brussig / Andreas Jansen / Matthias Knuth / Jürgen Nordhause-Janz
Ältere Arbeitnehmer. Erwerbstätigkeit und soziale Sicherheit im Alter
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009; 416 S.; brosch., 49,90 €; ISBN 978-3-531-16930-9Die jüngeren rentenpolitischen Entscheidungen versuchen bekanntlich Folgen der demografischen Entwicklungen auf das System der sozialen Sicherung aufzufangen. Mit dem Auslaufen der bisherigen vorgezogenen Altersgrenzen und der Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 Jahre werden die Rentenkassen absehbar entlastet, aber durchaus fraglich ist, ob damit zugleich in entsprechender Weise die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer erhöht wird. Zu den Wechselwirkungen zwischen Bevölkerungsentwicklung, Erwerbsbeteiligung und Leistungsentwicklung in den Zweigen der Altersvorsorge liegen zahlreiche Einzelstudien vor, aber – so die Autoren – eine empirisch fundierte und die institutionellen Rahmenbedingungen berücksichtigende Gesamtbetrachtung der Zusammenhänge zwischen Erwerbsverhalten und Nachfrage nach Arbeitskräften fehlt bisher. Generell muss bei derartigen Analysen vorab in Rechnung gestellt werden, dass die relativ niedrige Erwerbsquote Älterer und – korrespondierend – der bisher überdurchschnittliche Anteil jener, die vor der Regelaltersgrenze aus dem Erwerbsleben ausscheiden, Folge der andauernden Arbeitsmarktkrise sind, die seit Jahren den Ausgliederungsdruck erhöht hat. Allerdings – und das ist die konzeptionelle Prämisse der Untersuchung – können die bestehenden Arbeitsmarktprobleme auf der Makroebene allein nicht ausreichend erklärt werden. Die Autoren folgen vielmehr einem Ansatz, der die Erwerbstätigkeit Älterer auf der Mikroebene als das Zusammenspiel von drei Faktoren interpretiert: dem Haushaltskontext des Arbeitnehmers, den betrieblichen Strategien im Umgang mit der älteren Belegschaft und den durch institutionelle Regelungen gesetzten Anreizen (17). Die diesen analytischen Perspektiven folgenden Untersuchungen werden abgeschlossen durch Überlegungen zur Gestaltung des Altersübergangs, die die sich abzeichnenden Tendenzen einer neuen Altersarmut abfedern könnte.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.342
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Gerhard Bäcker / Martin Brussig / Andreas Jansen / Matthias Knuth / Jürgen Nordhause-Janz: Ältere Arbeitnehmer. Wiesbaden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31704-aeltere-arbeitnehmer_37778, veröffentlicht am 01.04.2010.
Buch-Nr.: 37778
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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