/ 19.06.2013
Alice Schwarzer
Alice im Männerland. Eine Zwischenbilanz
München: Knaur Taschenbuch Verlag 2004; 419 S.; 8,90 €; ISBN 3-426-77681-2Würde das Wort „Frau“ durch „Jude“ oder „Schwarzer“ ersetzt, wäre die Diskriminierung offensichtlich und der Aufschrei groß, meint Schwarzer. Sie kann diese Behauptung gut belegen, nicht nur bei Themen wie Prostitution oder Abtreibung. Schwarzer hat für dieses Buch Beiträge der vergangenen 30 Jahre zusammengefasst und kommentiert. Dokumentiert werden damit die Bestrebungen der deutschen Frauen nach Gleichberechtigung und der Anteil, den Schwarzer selbst daran hatte. Leider muss sie auch immer wieder das Scheitern beschreiben, so wie im Fall der Politikerinnen Schwaetzer und Süßmuth, oder die Arroganz der vermeintlich Bessergestellten wie die der Kanzlergattin Schröder-Köpf. Meinungsfreudig wie man es von ihr kennt, schreibt Schwarzer außerdem u. a. über Recht und Gerechtigkeit (und zeigt, dass Gerichte mitunter Frauen eindeutig benachteiligen), Frauen und die Bundeswehr, die Gotteskrieger und den Schleier sowie über Krieg und Frieden. Schwarzer erscheint durchgängig keineswegs als eine auf den Geschlechterkrieg eingestellte Emanze, im Gegenteil: Frauen sind für sie auch nicht die besseren Menschen. Alles was sie fordert, ist eine schlichte Gleichbehandlung von Mann und Frau, gleiche Rechte und gleiche Pflichten.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 | 2.36 | 2.35 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Alice Schwarzer: Alice im Männerland. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21116-alice-im-maennerland_24634, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24634
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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