/ 18.06.2013
Ulrich Busch
Am Tropf. Die ostdeutsche Transfergesellschaft
Berlin: trafo verlag dr. wolfgang weist 2002; 414 S.; 29,80 €; ISBN 3-89626-364-1Die Diskrepanz der ökonomischen Lebensgrundlagen und weniger die sozialisationsbedingten Wertdifferenzen unterscheide die West- und die Ostdeutschen voneinander, so die These des Finanzwissenschaftlers Busch. Die innere Einheit hängt demnach entscheidend von einer Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West ab. Ein wichtiges Mittel zur Erreichung dieses Ziels sind die Transferleistungen in die neuen Bundesländer. Die Bestandsaufnahme und die Wirkungsweise dieser Leistungen sind Thema eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes, auf dem dieses Buch basiert. Dokumentiert werden, so weit wie möglich, alle Transferleistungen in der Zeit von 1990 bis 2000. Dabei lässt sich deutlich belegen, dass der Westen nicht nur viel Geld in den Osten überwiesen, sondern auch verdient hat. Denn viele Bürger in den neuen Bundesländern bevorzugen Produkte aus dem Westen und schwächen durch ihr Kaufverhalten ihren eigenen Produktionsstandort. Angesichts der bisherigen Entwicklung beschwört der Autor wiederholt die Gefahr, dass der Osten zu einem deutschen Mezzogiorno werden könnte. Die Anzeichen, die es zwischen 1992 und 1995 für eine Hebung des wirtschaftlichen und sozialen Niveaus gegeben habe, seien einer Stagnation, wenn nicht mittlerweile sogar einer Regression gewichen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.342 | 2.325 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Ulrich Busch: Am Tropf. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17052-am-tropf_19592, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19592
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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