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/ 03.06.2013
Volker Koop

Armee oder Freizeitclub? Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse in der DDR

Bonn: Bouvier Verlag 1997; 358 S.; 48,- DM; ISBN 3-416-02670-5
Nach seinen Darstellungen zur NVA und der Grenzsicherung stellt Koop die dritte militärische Komponente der DDR vor. Die Kampfgruppen waren nicht von militärischem Wert, aber sie wären gut genug ausgerüstet gewesen, um den "Feind" im Innern, die Bevölkerung, zu bekämpfen. Die unmittelbare Gründung der Kampfgruppen nach dem Volksaufstand in der DDR von 1953 war Programm: Die bewaffneten "Werktätigen" wurden als Vorbeugung gegen Aufstände und Unruhen angesehen, so etwa zur Zeit des Ungarnaufstandes oder während des Mauerbaus. Die Mitglieder waren allerdings in der Mehrzahl alles andere als besonders motivierte SED-Aktivisten, was der Partei selbst nur zu bewußt gewesen ist. Letztendlich zeigt das unspektakuläre Ende der Kampfgruppen 1989, wie der Einsatzwert von der Parteiführung eingeschätzt wurde. Gegen die Demonstranten gingen Stasi-Einheiten bzw. Bereitschaftspolizisten vor. Die Darstellung wird ergänzt durch umfassend zitierte Dokumente.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.313 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Volker Koop: Armee oder Freizeitclub? Bonn: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3244-armee-oder-freizeitclub_4249, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4249 Rezension drucken
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