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/ 19.06.2013
Sahra Wagenknecht (Hrsg.)

Armut und Reichtum heute. Eine Gegenwartsanalyse

Berlin: edition ost 2007; 287 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 978-3-360-01084-1
Der soziale Widerspruch, um den es in dieser Publikation im Kern geht, wird bereits im Vorwort unmissverständlich benannt: „Die Bundesrepublik ist reich. [...] Etwa jeder zweite Bundesbürger hat so gut wie keinen Anteil am Geldvermögen. [...] Während auf der einen Seite die Zahl der Millionäre und Multimillionäre zunimmt, wächst auf der anderen Seite die Zahl der Menschen, die nicht genug Geld haben, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können“ (7). Vor dem Hintergrund dieser sozialen Schieflage in Europa wird die (neue) soziale Frage in verschiedenen Themenfeldern (u. a. Sozialstaat, Euro, Europäische Union) diskutiert, klar eingegrenzt und – verstanden als publizistische Intervention – ebenso klar positioniert. Es geht nicht um kosmetische Fragen und kleine Korrekturen, sondern um das Ganze, um die Frage, ob es nicht Alternativen zum Kapitalismus gäbe oder man doch zumindest in systemübergreifenden Alternativen denken müsse. Na klar, lautet die nicht ganz überraschende Antwort am Schluss des Bandes, gleichwohl als rhetorische Frage formuliert: „Wenn der Kapitalismus heute sogar nach Auffassung seiner Apologeten nur noch unter der Bedingung funktioniert, dass soziale Ansprüche mit Füßen getreten werden, wäre es nicht angemessener, anstelle der sozialen Ansprüche die kapitalistische Form des Wirtschaftens aufzugeben?“ (284)
Rainer Benthin (RB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Soziologie, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.222.2622.32.3312.3423.5 Empfohlene Zitierweise: Rainer Benthin, Rezension zu: Sahra Wagenknecht (Hrsg.): Armut und Reichtum heute. Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21534-armut-und-reichtum-heute_32224, veröffentlicht am 24.06.2008. Buch-Nr.: 32224 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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