/ 21.06.2013
Thomas Leif
Beraten und Verkauft. McKinsey & Co. – der große Bluff der Unternehmensberater
München: C. Bertelsmann 2006; 447 S.; 19,95 €; ISBN 978-3-570-00925-3Leif schildert die Methoden, Strategien und Ergebnisse der Unternehmensberatungsbranche und klärt darüber auf, wie die rund 68.000 Mitarbeiter der 14.000 Consulting Firmen in Deutschland arbeiten. Er stützt sich auf vertrauliche Dokumente und Insider-Interviews ebenso wie auf die Analyse des Bundesrechnungshofes. Er berichtet „über die Innenausstattung der ideologiegetriebenen und einseitig profitorientierten Berater-Szene“ [15] Sein Fazit umfasst 10 Thesen: 1. Berater würden die Öffentlichkeit meiden wie der Teufel das Weihwasser, 2. Berater seien geniale Vereinfacher von vermeintlich komplizierten Prozessen, 3. Berater würden eingekauft, weil man ihre Rücksichtslosigkeit nutzen wolle, 4. Auftraggeber kauften Akzeptanz, Legitimation und Loyalität, 5. das größte Defizit der Berater bestehe in der Operationalisierung der erarbeiteten Lösungen, 6. die Branche zeichne sich durch rasche Wechsel der Mitarbeiter aus, 7. die Berater würden mit Nachdruck und Erfolg an der „Magie“ der eigenen Branche arbeiten, 8. in den Beratungsfirmen herrsche ein modernes System der Ausbeutung, 9. das „Up or out“-Prinzip sei ein Druck- und Überwachungsinstrument, 10. der Mythos der Szene bröckele. Als Fazit könnte aber auch die Frage eines Freundes an eine Bewerberin gelten: „Bist du jetzt in einer Art Sekte?“ (121)
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.33 | 2.32 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Thomas Leif: Beraten und Verkauft. München: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26168-beraten-und-verkauft_30442, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30442
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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