/ 20.06.2013
Brigitte Reck
Between Democracy and Technocracy. The Role of Expertise for the European Parliament
Stuttgart: ibidem-Verlag 2004; 96 S.; pb., 24,90 €; ISBN 3-89821-236-XMagisterarbeit Europa-Kolleg Brügge. - Reck beschäftigt sich mit der Frage nach der Bedeutung von Expertise für die politische Gestaltungsfähigkeit des Europäischen Parlaments. Expertise sei ein wichtiger Machtfaktor, doch es bedürfe organisatorischer Kapazitäten, um schnell und effektiv darauf zugreifen zu können. Reck untersucht, inwieweit diese vorhanden sind. Dabei unterscheidet sie zwischen interner Expertise einerseits, z. B. parlamentarischen Diensten sowie persönlichen Assistenten und Fraktionsmitarbeitern, und externer Expertise andererseits, z. B. Anhörungen und Einbezug von Lobbygruppen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die interne Expertise, gerade auch im Vergleich zur Kommission (sowie zum US-amerikanischen Kongress), schwach ausgebildet ist und hierdurch die Abhängigkeit der Legislative von externer - und damit interessengeleiteter - Expertise verschärft wird. So wichtig diese auch sei, so müsse sie jedoch durch eigene Kapazitäten des Europäischen Parlaments politisch bewertet werden, wofür wiederum ausreichende Ressourcen erforderlich seien. Nur so könne das Parlament seine Kompetenzen als Mitgesetzgeber auch in hoch komplexen und technischen regulatorischen Materien effektiv nutzen.
Gabriele Abels (GAB)
Prof. Dr., Professur für Innen- und EU-Politik, Universität Tübingen.
Rubrizierung: 3.3
Empfohlene Zitierweise: Gabriele Abels, Rezension zu: Brigitte Reck: Between Democracy and Technocracy. Stuttgart: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21992-between-democracy-and-technocracy_25064, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25064
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Prof. Dr., Professur für Innen- und EU-Politik, Universität Tübingen.
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