/ 21.06.2013
Wolfgang Münchau
Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft
München/Wien: Carl Hanser Verlag 2006; XV, 231 S.; geb., 19,90 €; ISBN 978-3-446-40559-2Wie der Titel nahelegt, will der Journalist und ehemalige Chefredakteur der Financial Times Deutschland nicht etwa für eine Reform des Sozialstaates plädieren. Er fordert gleich die Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft. Ob eine solche, nur auf den ersten Blick provozierende Unterscheidung überhaupt haltbar ist, muss dahingestellt bleiben, zumal sie schon deshalb nicht zentral für das Buch ist, weil der Autor dem Leser weder klare Definitionen noch eine analytische Darstellung anbietet. Wichtiger ist ihm die Kritik an den wirtschaftspolitischen Vorstellungen der Sozialdemokraten und Christdemokraten, wobei vor allem sein Vorwurf der Ineffizienz der Interessenverbände und die Absage gegenüber einer Mittelstandspolitik Widerspruch hervorrufen dürfte. Konkret fordert Münchau die vollständige Privatisierung des Finanzsektors, die Abschaffung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, die Aufhebung der Zwangsmitgliedschaft in den Industrie- und Handwerkskammern sowie die Auflösung der Tarifpartnerschaft. Aufschlussreich an diesen streitbaren aber prätentiös vorgetragenen Vorschlägen ist das dürftige politiktheoretische Niveau. Als Lösungskonzept fällt Münchau lediglich ein, apokalyptisch die Krise als reinigenden Zustand zu feiern.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.342 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Wolfgang Münchau: Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft München/Wien: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26174-das-ende-der-sozialen-marktwirtschaft_30458, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30458
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
CC-BY-NC-SA