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/ 20.06.2013
Friedhelm Hengsbach

Das Reformspektakel. Warum der menschliche Faktor mehr Respekt verdient

Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2004 (Herder spektrum 5544); 190 S.; kart., 9,90 €; ISBN 3-451-05544-9
Der Autor, renommierter Vertreter der christlichen Soziallehre, setzt sich in diesem allgemein verständlichen Buch kritisch mit den derzeitigen Reformen des Sozialstaates auseinander. Er kritisiert die Einführung wettbewerbsbezogener und marktwirtschaftlicher Elemente in das Gesundheitswesen und warnt vor den Gefahren, die damit verbunden sind, wenn der Einzelne als individualisierter Arbeitskraftunternehmer begriffen wird. Zentrales Element seiner Ausführungen ist die Kritik an der zunehmenden Individualisierung gesellschaftlicher Risiken, die auf einem wenig realistischen Menschenbild des autonomen, rational kalkulierenden und quasi omnipotenten Individuums aufbaut und strukturelle Grenzen sowie gesellschaftliche Restriktionen nur unzureichend in den Blick nimmt. Folglich plädiert er für eine solidarische Gesellschaft, deren soziale Sicherungssysteme an die geänderten Lebensentwürfe angepasst und auf die Absicherungen neuer Risiken erweitert werden sollten, statt - wie bisher - erwerbszentriert organisiert zu sein.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.32.3422.331 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Friedhelm Hengsbach: Das Reformspektakel. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22572-das-reformspektakel_25754, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25754 Rezension drucken
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