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/ 04.06.2013
Dieter Grosser

Das Wagnis der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Politische Zwänge im Konflikt mit ökonomischen Regeln

Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1998 (Geschichte der deutschen Einheit 2); 584 S.; geb., 128,- DM; ISBN 3-421-05091-0
Das Buch ist der zweite Band einer Reihe zur Geschichte der Deutschen Einheit, für die den Autoren trotz noch längst nicht abgelaufener Sperrfristen der Zugang zu einer Vielzahl von Akten der Bundesregierung ermöglicht wurde. Auf der Basis dieser Dokumente, die durch DDR-Akten und viele Interviews ergänzt wurden, hat der ehemalige Münchener Hochschullehrer Grosser eine umfassende Geschichte der Verhandlungen, die zur Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion führten, geschrieben. Doch nicht nur die Verhandlungen werden detailliert dargestellt und ausführlich analysiert; Grosser befaßt sich auch mit den deutschlandpolitischen Voraussetzungen dafür und der wirtschaftlichen Ausgangslage sowohl der Bundesrepublik als auch der DDR. Der Gegenstand legt nahe, daß sich seine Vorgehensweise an der Chronologie der Ereignisse orientiert. Die Politik der damaligen Bundesregierung hält Grosser im nachhinein für "politisch geboten", "auch wenn sie nach den Kriterien eines engen ökonomischen Nutzenkalküls nicht vertretbar war" (503). Alternativkonzepte wie das von Oskar Lafontaine hätten den Verzicht auf die Einheit zur Folge gehabt.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.313 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Dieter Grosser: Das Wagnis der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Stuttgart: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5734-das-wagnis-der-waehrungs--wirtschafts--und-sozialunion_7457, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 7457 Rezension drucken
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