/ 17.06.2013
Klaus Körner
"Der Antrag ist abzulehnen" 14 Vorwände gegen die Entschädigung von Zwangsarbeitern. Eine deutsche Skandalgeschichte 1945-2000
Hamburg: Konkret Literatur Verlag 2001; 144 S.; brosch., 12,78 €; ISBN 3-89458-205-7Bei Zwangsarbeitern hat sich Deutschland in den letzten 50 Jahren bekanntlich nicht immer um eine schnelle und unbürokratische Entschädigung bemüht. Erst kürzlich wurden die ersten Zahlungen an Überlebende geleistet; viele wurden gar nicht entschädigt. Das Buch zeichnet die langjährige Geschichte der Verschleppung, Verzögerung und Zurückweisung von Ansprüchen nach und zeigt dabei zugleich 14 immer wieder vorgebrachte Argumente und Begründungen auf, die diese Ablehnung rechtfertigen sollten. Selbst die kürzlich erfolgten Zahlungen seien nicht als "Bekenntnis zu Schuld, Haftung und Sühne" zu bewerten. "Die Überhöhung dieser schäbigen Abfindungsleistung der Industrie als humanitäre Geste und Beitrag zur Erinnerungskultur bleibt peinlich" (139), so das bittere Fazit des Autors.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 | 2.313 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Klaus Körner: "Der Antrag ist abzulehnen" Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15910-der-antrag-ist-abzulehnen_18187, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18187
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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