/ 04.06.2013
Thomas Wellenhofer
Der Beitrag der EG-Regionalpolitik zur Verringerung der Einkommensdisparitäten in der Europäischen Union. Eine empirische Analyse
Berlin: Duncker & Humblot 1997 (Abhandlungen zur Nationalökonomie 6); 319 S.; 96,- DM; ISBN 3-428-08626-0Diss. Erlangen. - Die Europäische Gemeinschaft setzt gegenwärtig rund ein Drittel ihrer Haushaltsmittel für Maßnahmen zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur ihrer Mitgliedstaaten ein. Damit stellen die sog. Strukturfonds - nach den Aufwendungen für Agrarpolitik - den zweitgrößten Ausgabenposten dar. Die im Zeitablauf wachsende Bedeutung dieser Interventionsform spiegelt die zunehmende Relevanz der mit ihnen verfolgten integrationspolitischen Ziele, die ja vor dem Hintergrund der Einführung des Euro von unstrittig hoher Aktualität sind. Wellenhofer gibt nun in seiner Studie einerseits eine sehr differenzierte und klare Darstellung der Entwicklung der europäischen Regionalpolitik einschließlich der aktuellen Situation nach der Strukturfondsreform von 1993 (30 ff.); auf demselben Niveau bewegt sich die Erörterung der Umsetzungsstrukturen (129 ff.) sowie die zusammenfassende Bewertung der regionalpolitischen Instrumente (160 ff.). Andererseits nimmt er auf der Basis gewichteter Einkommensindikatoren für den Zeitraum 1975-1992 eine Überprüfung der Frage vor, ob und wieweit es mit dem Einsatz der Strukturfonds gelungen ist, die ökonomischen Disparitäten zwischen den Regionen (Basis: Regierungsbezirke/"NUTS 2") abzubauen. Der zentrale Befund der Analyse konstatiert einen Prozeß von Angleichung und Differenzierung: So sank der "Abstand zwischen allen Regionen [...] gemessen in nominellen Größen beachtlich"; zugleich jedoch stiegen "die aggregierten durchschnittlichen Disparitäten zwischen den Mitgliedstaaten [...] real und nominell eher leicht an" (249).
Inhalt: B. Darstellung und Beurteilung der Entwicklung und des aktuellen Systems der Europäischen Regionalpolitik: I. Die regionalpolitische Lage nach dem Gründungsvertrag; II. Die Phase der Entstehung einer Europäischen Regionalpolitik; III. Die ursprüngliche Konzeption des Regionalfonds von 1975; IV. Die erste Umgestaltung des EFRE von 1979; V. Die zweite Umgestaltung des EFRE von 1984; VI. Die Reform der Regionalpolitik durch die Einheitliche Europäische Akte (EEA) von 1987; VII. Die Ergänzung des regionalpolitischen Instrumentariums durch die Maastrichter Verträge; VIII. Die Überarbeitung der Strukturfondsreform von 1993; IX. Weitere regionalpolitische Instrumente der Gemeinschaft; X. Zusammenfassende Bewertung des regionalpolitischen Instrumentariums der Gemeinschaft. C. Die Messung des regionalpolitischen Ausgleichsziels: I. Probleme der Operationalisierung des regionalpolitischen Ausgleichsziels; II. Übersicht über bereits durchgeführte Disparitätenanalysen; III. Empirische Untersuchung der Entwicklung der Disparitäten in der Europäischen Gemeinschaft; IV. Ergebnisse der Messung des regionalpolitischen Ausgleichsziels. D. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick.
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 3.5 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Thomas Wellenhofer: Der Beitrag der EG-Regionalpolitik zur Verringerung der Einkommensdisparitäten in der Europäischen Union. Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4969-der-beitrag-der-eg-regionalpolitik-zur-verringerung-der-einkommensdisparitaeten-in-der-europaeischen-union_6556, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6556
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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