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/ 21.06.2013
Angelina Topan

Der Entscheidungsprozess in der Europäischen Kommission. Am Beispiel der europäischen Regionalpolitik

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2006; 299 S.; brosch., 59,- €; ISBN 978-3-8329-2182-8
Politikwiss. Habilitationsschrift Hamburg. – Die Autorin untersucht mithilfe der modernen Institutionenökonomik die Besonderheiten der Entscheidungsprozesse in der Europäischen Kommission. An einem Fallbeispiel der Europäischen Regionalpolitik überprüft sie die Methoden der Entscheider, wobei sie, wie in der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ) bzw. der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ) üblich, die EU als „internationale Organisation“ einstuft, dies jedoch mit dem Mehrebenenansatz verbindet. Im Mittelpunkt der Studie stehen die Beamten der Europäischen Kommission, differenziert wird dabei zwischen den „Bürokraten“ einerseits und den „politischen Beamten“ andererseits (152 ff.). Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass neben (externen) bindenden formellen Regeln (rechtliche Vorschriften) und (internen) informellen bindenden Regeln (u. a. Kooperieren im bargaining-Prozess) auch individuelle, nichtbindende „Daumenregeln“ zur Entscheidungsfindung herangezogen werden, die die Transaktionskosten der Informationssuche und -verarbeitung reduzieren. Dies ist plausibel, aber nicht gerade spektakulär. Weit interessanter als diese Ergebnisse ist die Darstellung der Methoden und des theoretischen Ansatzes bzw. Hintergrundes. Neben der ausführlich referierten und ausgewerteten Literatur zum Forschungsstand liegen der Arbeit 35 umfangreiche Interviews sowie 217 standardisierte Fragebogen zugrunde. Die Stärken und Schwächen des methodischen Vorgehens werden selbstkritisch reflektiert. Die Studie ist, von den für die Gattung Habilitationsschrift offenbar unverzichtbaren Pirouetten abgesehen, überwiegend gut zu lesen, über 50 Grafiken, Tabellen und Anhänge veranschaulichen und ergänzen die Darstellung.
Burkard Steppacher (BKS)
Prof. Dr., Konrad-Adenauer-Stiftung; Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln (http://www.jeanmonnetchair.uni-koeln.de/index.php?id=252).
Rubrizierung: 3.3 Empfohlene Zitierweise: Burkard Steppacher, Rezension zu: Angelina Topan: Der Entscheidungsprozess in der Europäischen Kommission. Baden-Baden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27045-der-entscheidungsprozess-in-der-europaeischen-kommission_31575, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 31575 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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