/ 21.06.2013
Jürgen Mittag / Wolfgang Wessels (Hrsg.)
"Der kölsche Europäer" Friedrich Carl von Oppenheim und die europäische Einigung
Münster: Aschendorff Verlag 2005; 544 S.; geb., 39,80 €; ISBN 978-3-402-00404-3Friedrich Carl von Oppenheim (1900-1978) leitete als Teilhaber und Chef des Bankhauses Sal. Oppenheim jr. & Cie. jahrzehntelang eine der größten europäischen Privatbanken. Zugleich stand er als Präsident an der Spitze der Europa-Union Deutschland. Im Mittelpunkt des Sammelbands steht die Rolle von Oppenheims als individueller sowie die der Europa-Union als kollektiver Akteur des europäischen Integrationsprozesses. Die Autoren stellen das europapolitische Wirken des Bankiers im Netzwerk der Nachkriegspolitik der 50er- und 60er-Jahre dar und fragen nach den Wirkungen, die von Oppenheim und die Europa-Union mit ihrem Engagement erzielten. Das unternehmerische Wirken von Oppenheims wird nur insoweit behandelt, als es für das europapolitische Handeln von Bedeutung war. Wessels bilanziert im Schlussbeitrag, „dass von Oppenheim mit den Instrumenten eines aktiven politischen ‚Spielers’ auf mehreren Ebenen ein Netzwerk schuf und verstärkte, das einen exemplarischen Charakter für die Zivilgesellschaft der jungen Bonner Republik und die Frühphase der europäischen Integration aufwies” (22). Die integrationspolitischen Fundamente und Ideen jener Zeit seien, so Wessels weiter, auch in den konstitutionellen Beratungen nachfolgender Generationen der Europapolitik weiter präsent – von Oppenheims Spuren wirkten gar bis in die Gegenwart hinein.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 | 2.313 | 2.331 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Jürgen Mittag / Wolfgang Wessels (Hrsg.): "Der kölsche Europäer" Münster: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26625-der-koelsche-europaeer_31039, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 31039
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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