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/ 21.06.2013
Klaus-Rüdiger Mai

Der Vatikan. Geschichte einer Weltmacht im Zwielicht

Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe Verlag 2008; 512 S.; geb., 18,95 €; ISBN 978-3-7857-2329-6
Der Vatikan ist ein Symbol für die Politik und Macht der katholischen Kirche. Er ist das Machtzentrum der katholischen Welt, einer kirchlichen Gemeinschaft mit über einer Milliarde Mitgliedern. Damit verfügt keine Institution über mehr Mitglieder; zudem übt die Kirche seit rund 2.000 Jahren wesentlichen Einfluss auf die Politik aus. Mai verweist in seiner populären Geschichte des Vatikans von den Anfängen bis in die Gegenwart jedoch gleich zu Beginn darauf, dass sich diese Weltmacht ebenso durch ein enormes Defizit an Transparenz auszeichnet und ihre wechselvolle Geschichte – nicht zuletzt in ihrem Verhältnis zum Nationalsozialismus – sie in ein Zwielicht getaucht hat. Interessant sind vor allem die Kapitel zur jüngeren Geschichte des Vatikans. Leider befasst Mai sich jedoch nur auf 70 Seiten mit dem 20. Jahrhundert. Der Abschnitt über die vatikanischen Finanzen gerät somit auch reichlich dünn, Zahlen finden sich nicht. Lediglich der Finanzskandal um Roberto Calvi und der anschließend abgewendete Bankrott sowie die Rolle von Opus werden kurz rekapituliert. Der zunehmende Verlust an weltlicher Herrschaft „stärkte die Macht des Vatikan, weil seine Universalität nicht länger durch die kleinpolitischen Aufgaben […] eines Kirchenstaates begrenzt wurde“, so Mai (475). Mehr Analyse und mehr Details finden sich in den Ausführungen über die jüngere Geschichte leider kaum.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.232.61 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Klaus-Rüdiger Mai: Der Vatikan. Bergisch Gladbach: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29349-der-vatikan_34718, veröffentlicht am 20.08.2008. Buch-Nr.: 34718 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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