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/ 03.06.2013
Rüdiger Voigt

Des Staates neue Kleider. Entwicklungslinien moderner Staatlichkeit

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1996; 460 S.; brosch., 68,- DM; ISBN 3-7890-4380-X
Die meisten Kapitel sind bereits als Sammelbandbeiträge erschienen und werden hier neu überarbeitet zusammengestellt, einige sind neu verfaßt. Der Autor hält eine Auseinandersetzung mit dem Staat für notwendig, "z. B. weil eine zur Auflösung in Individuen tendierende Gesellschaft wie die unsere ohne eine übergreifende Organisationsgewalt, eben den Staat, nicht auskommt" (14). Im ersten Teil, über Steuerungs- und Handlungsmöglichkeiten des Staates, plädiert Voigt für das Modell des kooperativen Staates: Verhandlung und Konsens statt Anordnung und Durchsetzung. Insbesondere ist ihm die Wiederbegründung der Staatswissenschaft wichtig. Nach dem zweiten Teil mit der Geschichte des Wiedervereinigungsprozesses spricht sich Voigt im Europateil angesichts einer Renaissance des Nationalen u. a. für einen stärkeren Minderheitenschutz aus, der durch reformierte Internationale Organisationen gewährleistet werden müsse. Bei der Frage nach der Identität der Deutschen in Teil IV knüpft Voigt an Sternbergers Idee des "Verfassungspatriotismus" (380) an, die Idee der Wertegemeinschaft statt einer Volksgemeinschaft. Ohne die Nation als Identitätsmedium bleibe diese Idee allerdings eine "Kopfgeburt" (Dahrendorf). - Im folgenden wird das Erstveröffentlichungsjahr der Aufsätze angegeben, soweit sie schon erschienen sind bzw. der Autor darüber Angaben macht. Inhalt: I. Staatsaktionen: 1. Staat und Gesellschaft - eine schwierige Beziehung. Zur Notwendigkeit einer Wiederbegründung der Staatswissenschaft; 2. Kann man den sozialen Wandel steuern? Staatliche Steuerung aus interdisziplinärer Perspektive (1993); 3. Vernetztes Denken und Handeln. Zum Wandel der Staatlichkeit im Spätpluralismus (1995). II. "Blühende Landschaften...!": 4. "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!" Plädoyer für eine aktive Deutschlandpolitik; 5. "Ich liebe Deutschland so sehr, daß ich froh bin, daß es zwei davon gibt!" Eine Bilanz sechs Jahre nach der Vereinigung (1992). III. Angst vor Europa?: 6. Vaterland Europa? Die Europäische Staatenordnung zur Jahrtausendwende (1993); 7. Provinz - Peripherie - Region. Regionalismus und Regionalisierung in Europa (1989); 8. Wohin steuert Europa? Von der wirtschaftlichen Integration zur politischen Einheit (1990); 9. "Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung...!". IV. Mythos Staat: 10. Die virtuelle Welt des Politischen. Mythen, Rituale und Symbole in der Politik; 11. Verständigung ohne Worte. Braucht der mündige Bürger politische Symbole? (1994); 12. Mythos Nation. Kann eine moderne Gesellschaft auf nationale Identität verzichten? (1995). V. Vater Staat, wir brauchen Dich!: 13. "Der Staat ist tot, es lebe der Staat!" Entwicklungslinien moderner Staatlichkeit.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.212.233.12.313 Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Rüdiger Voigt: Des Staates neue Kleider. Baden-Baden: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2327-des-staates-neue-kleider_2852, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2852 Rezension drucken
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