/ 04.06.2013
Rolf G. Heinze
Die blockierte Gesellschaft. Sozioökonomischer Wandel und die Krise des "Modell Deutschland"
Opladen: Westdeutscher Verlag 1998; 303 S.; kart., 32,- DM; ISBN 3-531-13089-7Wenn mit Blick auf die Bundesrepublik von "Reformstau" oder "Politikversagen" die Rede ist, bezieht sich das zumeist auf systemische oder parteipolitische Blockaden (z. B. im Verhältnis von Regierungsmehrheit und Bundesrat). Der Autor möchte die Thematik grundsätzlicher angehen, indem er die Blockaden als gesellschaftliches Problem begreift. Dabei werden als die beiden Zentralbereiche untersucht: einmal das Arbeitslosenproblem, das auf strategische Handlungsdefizite nicht nur der staatlichen, sondern auch der tarifpolitischen Akteure zurückzuführen sei, zum anderen die Überlastung und Reformunfähigkeit des Wohlfahrtsstaates. Nach der Diagnose zeigt Heinze im zweiten Teil mögliche Auswege aus der politisch-institutionellen Lähmung auf. Das dazu entwickelte Modell eines "erneuerten Gesellschaftsvertrags" sieht als Lösungskonzepte u. a. vor: die Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Einführung einer sozialen Grundsicherung, Entwicklung neuer Beschäftigungsformen im Dienstleistungsbereich und eine Verlagerung staatlicher Aufgaben in den "Dritten Sektor".
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 2.342 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Rolf G. Heinze: Die blockierte Gesellschaft. Opladen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5164-die-blockierte-gesellschaft_6784, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6784
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
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