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/ 22.06.2013
Andreas Fisahn

Die Demokratie entfesseln, nicht die Märkte. Argumente für eine postkapitalistische Wirtschaft und Gesellschaft

Köln: PapyRossa Verlag 2010 (Neue Kleine Bibliothek 148); 263 S.; 16,90 €; ISBN 978-3-89438-432-6
Der Autor sieht es als notwendig an, alle gesellschaftlichen Bereiche umfassend zu demokratisieren und damit eine Alternative zu dem seiner Ansicht nach vorherrschenden neoliberalen System entfesselter Märkte zu schaffen. Dieses habe Wirtschaft und Gesellschaft in eine tiefe ökonomische, ökologische und soziale Krise geführt. Anhand der Geschichte verschiedener Spekulationsblasen entlarvt Fishan dieses System als politisch gewollt. Für den Autor steht diese wirtschaftspolitische Manipulation im Gegensatz zum Ideal der Selbstbestimmung in einer Demokratie. Im Zentrum seiner Analyse stehen deshalb die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Regulation der Finanzmärkte. Fishan diskutiert die den Kapitalismus prägenden ökonomischen Vorraussetzungen aber auch vor dem Hintergrund ihrer sozialen Auswirkungen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass globale und nationale Ungleichheiten, die bei der Verteilung des Reichtums durch das neoliberale System begünstigt werden, sowohl Voraussetzung als auch Resultat der entfesselten Märkte seien. Dieses Wohlstandsgefälle gefährde die Legitimität der gesellschaftlichen Ordnung und begünstige antidemokratische Tendenzen wie die Bildung von Oligarchien. Dadurch würden allgemeinverbindliche Entscheidungen gegen den demokratischen Willensbildungsprozess abgeschottet. Nach Meinung des Autors könne diese Logik nur durch die Re-Demokratisierung der Politik durchbrochen werden. Er räumt allerdings ein, dass „ebenso wie der marktradikale Umbau ineinander verzahnte Elemente umfasste, [...] eine emanzipatorische Politik gegenwärtig nur denkbar [ist], wenn die unterschiedlichen Elemente einer Demokratisierung der Gesellschaft ineinandergreifen, in die gleiche Richtung weisen“ (250).
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.223.52.262 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Andreas Fisahn: Die Demokratie entfesseln, nicht die Märkte. Köln: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32274-die-demokratie-entfesseln-nicht-die-maerkte_38512, veröffentlicht am 08.07.2010. Buch-Nr.: 38512 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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