/ 31.05.2013
Henning Klaus
Die deutschen Bundesländer und die Europäische Union. Die Mitwirkung der Länder am EU-Integrationsprozeß seit dem Vertrag von Maastricht
Vierow bei Greifswald: SH-Verlag 1996 (Kölner Arbeiten zur Internationalen Politik 3); 119 S.; kart., 29,80 DM; ISBN 3-89498-023-0Durch den Maastrichter Vertrag über die Europäische Union von 1992 erhalten die deutschen Bundesländer neue institutionelle Möglichkeiten zur Einflußnahme auf die europäische Politik (Subsidiaritätsprinzip, Ausschuß der Regionen, Mitwirkung im Ministerrat). Hinzu kommt die Neufassung des Artikels 23 im Grundgesetz, der u. a. auch die Mitwirkung der Länder in Angelegenheiten der Europapolitik regelt. Die Arbeit schildert zunächst die Entstehung und den Inhalt der genannten Regelungen und konzentriert sich dann auf die Frage, welche Veränderungen sich im europäischen Integrationsgefüge durch die Einbindung der Bundesländer ergeben. Die Bewertung fällt zwiespältig aus: Auf der einen Seite könnte die Beteiligung der Länder für das Gesamtsystem legitimationsfördernd wirken, indem sie die Angst vor einem europäischen "Superstaat" abbaut; auf der anderen Seite könnte sie dazu beitragen, daß sich die bereits heute schwerfälligen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse der europäischen Politik weiter verlangsamen und verkomplizieren.
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 2.325 | 3.1 | 3.3
Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Henning Klaus: Die deutschen Bundesländer und die Europäische Union. Vierow bei Greifswald: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/607-die-deutschen-bundeslaender-und-die-europaeische-union_413, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 413
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
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