/ 04.06.2013
Christoph Meyer
Die deutschlandpolitische Doppelstrategie. Wilhelm Wolfgang Schütz und das Kuratorium Unteilbares Deutschland (1954-1972)
Landsberg a. L.: Olzog 1997; XII, 490 S.; brosch., 68,- DM; ISBN 3-7892-9389-XDiss. Philosoph. Fakultät Köln; Erstgutachter: D. Düding. – Die Geschichte des 1954 gegründeten Kuratoriums gliedert sich in zwei Phasen: die erste erstreckte sich zwischen dem Gründungstermin und dem Beginn der 70er Jahre und die zweite dauerte bis zur Auflösung der Organisation im Jahre 1992. Der Autor beschränkt seine Darstellung auf den ersten Zeitraum, da das Kuratorium nach 1970 politisch relativ bedeutungslos war. Meyer untersucht "die politische Geschichte des Kuratoriums, sein[en] Versuch, Einfluß auf die Entscheidungsträger in Regierung, Parlament und Parteien zu nehmen, und seine politischen Aktionen", fragt, welchen Einfuß seine Akteure, insbesondere der geschäftsführende Vorsitzende Schütz, auf die Deutschlandpolitik hatten. Die im Titel genannte Doppelstrategie bestand darin, einerseits mittels öffentlichkeitswirksamer Aktionen wie Demonstrationen, Fahnenstafetten, Feiern etc. "den Willen zur Wiedervereinigung in der Bevölkerung" zu wecken, zu erhalten und zu mobilisieren, um eine "'Volksbewegung für die Wiedervereinigung'" hervorzubringen, andererseits Einfluß auf die Entscheidungen im Bereich der Deutschlandpolitik zu nehmen (2 f.). Der Autor versteht seine Arbeit, die vor allem auf einer umfangreichen Quellenauswertung und auf Zeitzeugengesprächen basiert, auch als einen Beitrag zur Nationalismusforschung.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.331 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christoph Meyer: Die deutschlandpolitische Doppelstrategie. Landsberg a. L.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6044-die-deutschlandpolitische-doppelstrategie_8220, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 8220
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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