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/ 11.06.2013
Michael Mitterauer

Die Entwicklung Europas - ein Sonderweg? Legitimationsideologien und die Diskussion der Wissenschaft

Wien: Picus Verlag 1999 (Wiener Vorlesungen im Rathaus 71); 63 S.; geb., 14,80 DM; ISBN 3-85452-371-8
Innerhalb der von der Stadt Wien veranstalteten Vortragsreihe "Zu den großen Problemen und Überlebensfragen der Menschen am Ausgang des 20. Jahrhunderts" unterwirft Mitterauer die vor allem vor dem Hintergrund der Osterweiterung der Europäischen Union grassierende "Europa Rhetorik" der Politiker, aber auch der Historiker einer kritischen Untersuchung. Er sieht eine Instrumentalisierung von Geschichte als Legitimationsideologie und warnt vor der Gefahr eines identifikatorischen Geschichtsbildes, in dem der Ethnozentrismus durch einen Eurozentrismus abgelöst wird: "Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht müssen sehr auf der Hut sein, nicht für einen neuen Eurochauvinismus als Legitimationsideologie benützt zu werden" (25). Zur Klärung eines Sonderwegs Europa fordert Mitterauer nach einer kritischen Würdigung ökologischer, technologischer, sozialer und religiös-kultureller Erklärungsansätze eine interkulturell vergleichende Geschichtswissenschaft, die sich "neben dem europäischen Sonderweg auf die Vielfalt anderer Sonderwege einlassen" (60) müßte.
Heinz-Werner Höffken (Hö)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 3.1 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Michael Mitterauer: Die Entwicklung Europas - ein Sonderweg? Wien: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10091-die-entwicklung-europas---ein-sonderweg_11933, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 11933 Rezension drucken
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