/ 19.06.2013
Rüdiger Wenzel
Die große Verschiebung? Das Ringen um den Lastenausgleich im Nachkriegsdeutschland von den ersten Vorarbeiten bis zur Verabschiedung des Gesetzes 1952
Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2008 (Historische Mitteilungen 70); 262 S.; kart., 54,- €; ISBN 978-3-515-09218-0Der Autor legt eine Arbeit zur historischen Grundlagenforschung vor. Über weite Teile der Studie arbeitet er praktisch ausschließlich mit bislang nicht ausgewerteten Quellen aus Ministerien, Bundestagsausschüssen und ähnlichen Gremien. Das Ziel ist eine möglichst umfassende Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte des Lastenausgleichsgesetzes in der Bundesrepublik. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den offiziellen Institutionen; gesellschaftliche Debatten und die Öffentlichkeit spielen nur eine Nebenrolle. Wenzel beschäftigt sich mit den Diskussionen im Wirtschaftsrat, den Entwürfen aus den verschiedenen Ministerien und der Weiterentwicklung in der Exekutive, schließlich mit dem Schicksal des Gesetzes im Parlament und den Ausschüssen. Unter den Überschriften „Nebengesetze“ und „Sonderfälle“ nimmt er ebenso die Aktivitäten des Bundestages und der Ministerien in den Blick, die nach der Verabschiedung des Lastenausgleichsgesetzes 1952 notwendig geworden sind. Insgesamt handelt es sich um eine verdienstvolle Aufarbeitung eines bislang noch zu wenig untersuchten Gegenstandes der deutschen Nachkriegsgeschichte, auf deren Basis nun weitere, vielleicht etwas stärker analytisch orientierte Untersuchungen aufbauen können.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.313 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Rüdiger Wenzel: Die große Verschiebung? Stuttgart: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21585-die-grosse-verschiebung_35874, veröffentlicht am 05.05.2009.
Buch-Nr.: 35874
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Dr., Politikwissenschaftler.
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