/ 05.06.2013
Emmanuel Todd
Die neoliberale Illusion. Über die Stagnation der entwickelten Gesellschaften. Aus dem Französischen übersetzt von Birgit Althaler
Zürich: Rotpunktverlag 1999; 315 S.; brosch., 42,- DM; ISBN 3-85869-177-1Der französische Autor hat am "Institut d'études politiques" studiert und in Cambridge promoviert. Er sieht im Neoliberalismus und den Auflösungstendenzen des Nationalstaats die Hauptursachen für die aktuellen gesellschaftlichen Probleme. "Dieses Buch soll aufzeigen, daß spezifisch ökonomische Gesetze - deren Bedeutung keineswegs in Abrede gestellt werden soll - nur im Rahmen eines umfassenden kulturellen und anthropologischen Ganzen zum Tragen kommen können." (7) Todd siedelt das Wirtschafts-, Bildungs- und familiale System auf den drei Ebenen des Bewußten, Unbewußten sowie des Unterbewußten an. In dieser Melange aus Ebenen und Theorien verliert sich häufig die Wissenschaftlichkeit der Analyse. "Die historische Diagnose ist hier von grundlegender Bedeutung: Wenn nicht die Globalisierung die Nationen auflöst, sondern im Gegenteil, die Selbstauflösung der Nationen zur Globalisierung führt, wird durch die Wiederherstellung der Nationen die Globalisierung überwunden." (306)
Thomas Morick (TM)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.262 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Thomas Morick, Rezension zu: Emmanuel Todd: Die neoliberale Illusion. Zürich: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7728-die-neoliberale-illusion_10255, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10255
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Dipl.-Politologe.
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