/ 21.06.2013
Stefania Slavu
Die Osterweiterung der Europäischen Union. Eine Analyse des EU-Beitritts Rumäniens
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2008 (Kölner Schriften zu Recht und Staat 38); LX, 261 S.; brosch., 51,50 €; ISBN 978-3-631-57994-7Rechtswiss. Diss. Köln; Gutachter: H. Schiedermair, B. Kempen. – Die rumänische Rechtsanwältin Slavu bietet eine Übersicht über die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Rumänien bzw. über die einzelnen Schritte Rumäniens auf seinem Weg zur EU-Mitgliedschaft. Darüber hinaus fragt sie, wie reif das Land für die Mitgliedschaft in der Union ist und welche Übergangsregelungen zur Übernahme der aus der EU-Mitgliedschaft erwachsenden Verpflichtungen im Falle Rumäniens vereinbart wurden. Die Autorin analysiert den rumänischen Transformationsprozess und arbeitet den Verlauf und die Ursachen des Systemwandels heraus, erläutert die Chancen einer demokratischen Konsolidierung und der Errichtung eines marktwirtschaftlichen Systems. Dabei werden die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dargestellt, die die rumänische Transformationsrealität seit 1989 geprägt haben. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die demokratische und marktwirtschaftliche Institutionenbildung. Obwohl Rumänien bereits sehr viele Fortschritte erzielt hat, sieht Slavu das Land als nicht ausreichend vorbereitet auf die EU-Mitgliedschaft: „Die Situation in Rumänien ist weiterhin durch eine frappierende Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis, zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Reichtum und Armut gekennzeichnet.“ (256) Es seien noch erhebliche Anstrengungen zu unternehmen, um europäische Standards zu erfüllen und eine volle Integration des Landes sicherzustellen. Der Beitrittsvertrag enthalte daher eine Reihe von mehrjährigen Übergangsbestimmungen und Schutzklauseln, um ernsthafte Störungen des Binnenmarktes zu verhindern oder gegen eine mangelhafte Zusammenarbeit des Landes in zivil- und strafrechtlichen Fragen vorzugehen. Der EU-Beitritt Rumäniens werde folglich als „Beitritt zweiter Klasse“ oder „Beitritt auf Bewährung“ angesehen. Durch die Entscheidung der EU, teilweise beitrittsunreife Länder aufzunehmen, befinde sie sich in einer kritischen Phase ihrer Entwicklung und bewege sich in Richtung einer „Zwei-Klassen-Union“ (256).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.1 | 2.61 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Stefania Slavu: Die Osterweiterung der Europäischen Union. Frankfurt a. M. u. a.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30996-die-osterweiterung-der-europaeischen-union_36835, veröffentlicht am 13.10.2009.
Buch-Nr.: 36835
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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