Skip to main content
/ 20.06.2013
Adrian Ottnad

Die Pflegeversicherung: Ein Pflegefall. Wege zu einer solidarischen und tragfähigen Absicherung des Pflegerisikos. Mit einem Vorwort von Meinhard Miegel. Eine Studie des IWG BONN

München: Olzog 2003; 160 S.; brosch., 20,- €; ISBN 3-7892-8139-5
Aufgrund der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft wird auch die Pflegeversicherung in absehbarer Zeit vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen stehen. Ottnad entwickelt einen Reformvorschlag für die Finanzierung dieser von ihm im Grundsatz als sinnvoll und notwendig angesehenen Absicherung des Pflegerisikos. Die zentrale Schwäche der erst 1995 eingeführten Pflegeversicherung sieht er darin, dass trotz der bereits damals absehbaren demografischen Veränderungen wieder auf das Umlagesystem gesetzt wurde und so vor allem die jüngeren und mittleren Jahrgänge überproportional für die kostenintensive Pflege aufkommen müssten. Dies sei ungerecht und führe zu einer nicht tragbaren Erhöhung der Beiträge, die sich mittelfristig mehr als verdoppeln müssten. Deshalb empfiehlt der Autor eine rasche Umstellung auf ein kapitalgedecktes System, bei dem ab dem 55. Lebensjahr eine höhere Versicherungsprämie zu zahlen wäre. Auf diese Weise würden einerseits die jüngeren und mittleren Jahrgänge entlastet und andererseits die Hauptbezieher der Pflegeleistungen stärker an deren Finanzierung beteiligt.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.342 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Adrian Ottnad: Die Pflegeversicherung: Ein Pflegefall. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24173-die-pflegeversicherung-ein-pflegefall_27847, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27847 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA