Skip to main content
/ 21.06.2013
Wolfgang Benz

Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung

München: C. H. Beck 2007 (C. H. Beck Wissen in der Beck'schen Reihe 2413); 128 S.; 7,90 €; ISBN 978-3-406-53613-7
Deutschlands bedeutendster Antisemitismusforscher Benz setzt sich in dem relativ schmalen Buch mit den Protokollen der Weisen von Zion auseinander. Dieses Dokument der angeblichen „jüdischen Weltverschwörung“ ist Ende des 19. Jahrhunderts in Russland entstanden. Inzwischen ist es weltweit – nicht zuletzt durch das Internet – in vielen Sprachen verfügbar und eines der wirkungsmächtigsten antisemitischen Konstrukte, obwohl es bereits in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts zweifelsfrei als Fälschung entlarvt wurde. Benz beschäftigt sich mit der Entstehung, der Verbreitung, dem historischen und gegenwärtigen Kontext der „Protokolle”, aber auch mit den Grenzen der Aufklärung als Gegenstrategie zum Antisemitismus. Insofern geht es dem Autor „nicht in erster Linie um die Geschichte einer Fälschung, sondern um die Möglichkeiten des Irrationalen in der modernen Politik und Gesellschaft” (8). Dies geschieht eben am Beispiel dieses Verschwörungsmythos’, wobei die Leserschaft nebenbei eine Menge über den historischen sowie gegenwärtigen, weltweiten Antisemitismus lernt. Da Benz zudem ansprechend schreibt, betreibt er im besten Sinne Wissenschaft als politische Bildung.
Christoph Busch (CHB)
Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Rubrizierung: 2.23 Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: Wolfgang Benz: Die Protokolle der Weisen von Zion. München: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27425-die-protokolle-der-weisen-von-zion_32131, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32131 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA