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/ 11.06.2013
Stefan Daltrop

Die Rationalität der rationalen Wahl. Eine Untersuchung von Grundbegriffen der Spieltheorie

München: Herbert Utz Verlag 1999 (Münchner Philosophische Beiträge); 188 S.; brosch., 56,72 DM; ISBN 3-89675-552-8
Philosoph. Diss. München; Gutachter: W. Vossenkuhl. - Die Arbeit will Schwächen in der Spieltheorie aufzeigen und beheben. Zentrale Thesen sind erstens: Entscheidungen in Spielsituationen seien durch rationale Entscheidungskriterien allein nicht ausreichend begründbar, zweitens: theoriewidriges Verhalten eines Spielers könne für ihn unter Umständen zu besseren Ergebnissen führen als das Befolgen der "von der Theorie nahegelegten Lösung" (10). Grundlegender Gedanke der vom Autor angebotenen Auswege aus diesen Unvollkommenheiten der Spieltheorie ist dabei jeweils eine Kooperation der am Spiel Beteiligten. Damit begibt er sich, neben wiederholten verbalen und methodischen Schwächen, zusätzlich in tautologische Untiefen, etwa wenn in seiner Version des Gefangenendilemmas unschuldig Angeklagte, von denen "jeder möglichst wenig im Knast sitzen will" (144), einem Staatsanwalt gegenüberstehen, der sie mit fingierten Beweisen erpreßt, und das Dilemma schließlich gelöst wird, indem sich die Gefangenen untereinander absprechen und somit "den Staatsanwalt als gemeinsamen Gegner begreifen" (146). Insgesamt verbleibt die Arbeit strikt im Bereich der Spieltheorie, die Bezüge zur Politikwissenschaft sind rar.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 5.45 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Stefan Daltrop: Die Rationalität der rationalen Wahl. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10443-die-rationalitaet-der-rationalen-wahl_12349, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12349 Rezension drucken
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