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/ 21.06.2013
Claudia Albrecht

Die Rolle der Mitgliedsländer für die regionale Integration in der Europäischen Union. Analyse der Parameter unter Berücksichtigung interessengesteuerter Interaktionsprozesse

Online-Publikation 2008 (http://www.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2008/3740/pdf/Dissertation.pdf); 239 S.
Wirtschafts- und sozialwiss. Diss. Hamburg; Gutachter: J. Hoffmann, W. Voegeli. –Der EU-Integrationsprozess ist nicht nur durch den Beitritt neuer Staaten, sondern auch durch die Gestaltung von Entscheidungs- und Einflussmöglichkeiten im Sinne einer Intensivierung und Vertiefung der Integration geprägt. Die Autorin betrachtet die Entwicklung der Europäischen Union und ihrer Vorgängerorganisationen von ihren Anfängen bis zum Beginn der Osterweiterung und fragt, warum die beteiligten Länder auf unterschiedliche Weise in den Integrationsprozess involviert sind. Im Mittelpunkt steht die Rolle wirtschaftlicher Interessengruppen, die – da sie wirtschaftliche Interessen politisch durchzusetzen suchen – von der Autorin „als intermediär wirkende Akteure zwischen politischen und ökonomischen Systemen“ (79) verstanden werden. Albrecht betrachtet die Bedeutung dieser Akteursgruppe zum einen auf der jeweiligen nationalen Ebene und zum anderen „auf der Ebene des Integrationsraumes“ (12). Für ihre Analyse verknüpft sie politikwissenschaftliche und ökonomische Ansätze und unterscheidet methodisch zwischen den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen einerseits und den eigentlichen Handlungsprozessen der Akteursgruppe andererseits. Entlang verschiedener Parameter, einer Typologie von Stufen ökonomischer Integration sowie einer Bewertungsskala gelangt die Autorin zu einer differenzierten Darstellung des Integrationsprozesses im Innen- und Außenverhältnis. Untersucht werden dabei u. a. die Struktur des Außenhandels und der Grad der Handelsverflechtungen, die Interaktionen zwischen europäischen und nationalen Interessenvertretungen sowie die Bedeutung der verschiedenen Ausprägungen des Kapitalismus innerhalb der EU für die Integration. Die zunächst getrennt dargestellten Strukturen und Prozesse auf den beiden Ebenen werden in einem Integrationsschema zusammengeführt, das Albrecht anschließend am Beispiel des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und des Verbandes der Britischen Industrie sowie des Zustandekommens der Einheitlichen Europäischen Akte anwendet.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.13.43.7 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Claudia Albrecht: Die Rolle der Mitgliedsländer für die regionale Integration in der Europäischen Union. 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30388-die-rolle-der-mitgliedslaender-fuer-die-regionale-integration-in-der-europaeischen-union_36074, veröffentlicht am 17.03.2009. Buch-Nr.: 36074 Rezension drucken
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