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/ 20.06.2013
Tobias Singelnstein / Peer Stolle

Die Sicherheitsgesellschaft. Soziale Kontrolle im 21. Jahrhundert

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; 160 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-531-14897-4
Die Autoren untersuchen Ursachen, Strukturen und Alternativkonzepte von sozialer Kontrolle. Sie konstatieren eingangs, dass sich in den letzten Jahren sowohl das Verständnis von Devianz und sozialer Kontrolle als auch deren Institutionen und Techniken geändert haben. Angesichts einer zunehmenden Ausdifferenzierung sozialer Lagen im Zeitalter der Globalisierung und Flexibilisierung bestünden die Vorgaben für soziale Kontrolle nicht mehr in der Etablierung fürsorglicher Integration durch Disziplinierung. Die Reaktion auf die vor allem ökonomisch erzwungene Pluralisierung von Lebensstilen liege in einem zunehmenden Bedürfnis nach Risikoregulation bei gleichzeitig rigider werdendem repressivem Moralismus. Diese Tendenz beschränke sich nicht nur auf institutionelle – insbesondere staatliche – Strukturen, denn das Ideal der Sicherheit simuliere die Gewährleistung der prekär gewordenen sozialen Integration und werde somit gesellschaftlich akzeptiert. Die Machtmechanismen in der Sicherungsgesellschaft seien daher weniger repressiv, dafür umfassender und könnten sich auf eine latente gesellschaftliche Unsicherheit berufen. Singelnstein und Stolle plädieren demgegenüber für eine Demokratisierung von sozialer Kontrolle und für die öffentliche Auseinandersetzung mit den Ursachen heutiger Leitbilder.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.22.232.32.35 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Tobias Singelnstein / Peer Stolle: Die Sicherheitsgesellschaft. Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25766-die-sicherheitsgesellschaft_29908, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29908 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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