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/ 20.06.2013
Michel Reimon / Helmut Weixler

Die sieben Todsünden der EU. Vom Ausverkauf einer großen Idee. Mit einem Vorwort von Daniel Cohn-Bendit

Wien: Ueberreuter 2006; 192 S.; Ln., 19,95 €; ISBN 3-8000-7146-0
Zwei österreichische Journalisten, den Grünen nahe stehend beziehungsweise als Pressesprecher bei der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament beschäftigt, klagen unter griffigem Titel und ebenso flott geschrieben die in ihren Augen schwerwiegendsten Fehlentwicklungen der Europäischen Union an: Undurchschaubarkeit, Sturheit, Egoismus, Kaltherzigkeit (!) etc. werfen sie der EU vor und begründen das in lockerer Weise mit anschaulichen Beispielen aus den unterschiedlichsten Politikbereichen. Doch wo Sünde, da Erlösung: Das Rettende ist nah! Wer bis Seite 172 durchhält, erfährt, dass „ein anderes Europa“ möglich ist. Neben der Grundvoraussetzung „mehr Partizipation“ fordern Reimon und Weixler sieben Tugenden: Leidenschaft, Engagement, Solidarität, Kooperation, Nachhaltigkeit, Gestaltungswille und Zähigkeit. Vor allem sprechen sie sich für ein „europäisches Referendum“ aus. Ob allerdings die geforderte „Verschweizerung der EU“ (177) tatsächlich positiv wäre, muss angesichts mancher Strukturschwächen im politischen System der Schweiz doch ernsthaft bezweifelt werden. Trotz etlicher Fußnoten zielt die mit einigen Grafiken versehene Schrift eher auf ein nichtwissenschaftliches Publikum.
Burkard Steppacher (BKS)
Prof. Dr., Konrad-Adenauer-Stiftung; Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln (http://www.jeanmonnetchair.uni-koeln.de/index.php?id=252).
Rubrizierung: 3.1 Empfohlene Zitierweise: Burkard Steppacher, Rezension zu: Michel Reimon / Helmut Weixler: Die sieben Todsünden der EU. Wien: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25555-die-sieben-todsuenden-der-eu_29643, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29643 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA