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/ 22.06.2013
Kolja Raube / Annika Sattler

Difference and Democracy. Exploring Potentials in Europe and Beyond

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2011; 397 S.; kart., 39,90 €; ISBN 978-3-593-39502-9
Die Grundthese in diesem Band lautet, dass weder der Prozess der europäischen Integration noch die Globalisierung zu einer Harmonisierung von Gesellschaft und Politik geführt haben – vielmehr ist die Differenz mittlerweile zum vorherrschenden Strukturprinzip der globalisierten Welt geworden. Während sich daraus zum einen enorme steuerungspolitische Herausforderungen ergeben können, geht es den Herausgebern vor allem darum, die Bedingungen zu identifizieren, in denen Differenz ein positives Potenzial entfaltet und zu effektiveren und legitimeren Entscheidungen führen kann. Die entscheidende Voraussetzung wird dabei in einem demokratischen und kommunikativen Umgang mit Differenz gesehen: „a positive potential of difference is conditioned by the willingness and the open and tolerant way of actors to engage with difference in the first place“ (386). Der Band basiert auf den Beiträgen eines interdisziplinär angelegten Symposiums, das im November 2009 in Hamburg veranstaltet wurde, und folgt diesem in Aufbau und Struktur. Zunächst arbeitet Christine Landfried einleitend den konzeptuellen Rahmen heraus. In den folgenden Kapiteln wird das Konzept der Differenz aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln analysiert. Dabei wird die Diskussion in jedem Kapitel durch einen „key article“ eröffnet, der jeweils in drei kürzeren Beiträge kommentiert wird. Durch diese Struktur und die interdisziplinäre Anlage des Bandes (zu den Autoren gehören neben Soziologen und Politikwissenschaftlern z. B. auch Juristen, Historiker und Kommunikationswissenschaftler) ergeben sich theoretisch anspruchsvolle und reichhaltige Diskussionen. Die thematische und disziplinäre Breite geht jedoch etwas auf Kosten der theoretischen Konsistenz. Entgegen der Intention der Herausgeber ist der theoretische Rahmen von Landfried kaum in der Lage, die unterschiedlichen Beiträge zusammenzuhalten. Dennoch stellt der Band einen sehr wichtigen Beitrag zur Debatte über den demokratischen Umgang mit Differenzen dar – vor allem vor dem Hintergrund aktueller Debatten um wirtschaftliche und kulturelle Unterschiede in Europa.
Sebastian Kuhn (SEK)
M. A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Rubrizierung: 2.22.232.615.41 Empfohlene Zitierweise: Sebastian Kuhn, Rezension zu: Kolja Raube / Annika Sattler: Difference and Democracy. Frankfurt a. M./New York: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34479-difference-and-democracy_41412, veröffentlicht am 19.01.2012. Buch-Nr.: 41412 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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