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/ 11.06.2013
Leo G. Linder

Dreistromland. Wie das neue Europa zwischen Schelde, Maas und Rhein Gestalt annimmt. Mit einem Geleitwort von Wolfgang Clement

Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 2000; 237 S.; geb., 42,- DM; ISBN 3-421-05313-8
Die europäische Einigung ist sicherlich zu allererst ein von Eliten gesteuerter Prozess. Initiativen wie die Einführung des Euros oder die Diskussion über eine Verfassung werden nicht von der Bevölkerung initiiert. Das tatsächliche Zusammenwachsen Europas findet allerdings auf einer ganz anderen Ebene statt: im konkreten Leben der Bürger. Linder arbeitet als Dokumentarfilmer und freier Autor und kennt die Region zwischen den Benelux-Staaten, Frankreich und Deutschland seit langem sehr genau. In seinem Buch schildert er eine Vielzahl von Beispielen für grenzüberschreitendes Miteinander. Durchgehend pro-europäisch eingestellt, zeigt Linder, dass die enge Verzahnung in dieser Region oft dem Erfindungsreichtum seiner Bevölkerung viel mehr zuzuschreiben ist als perfekten staatlichen Regelungen. Gesetze und Verträge sind zwar auch wichtig als Basis für das Handeln der Menschen, aber gerade die Vielfalt der Traditionen und Verfahrensweisen macht es notwendig, neue Wege am Ort des Geschehens zu finden. Kein Wunder, dass sein Fazit lautet: "Europa ist nicht mehr aufzuhalten." (231)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.613.1 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Leo G. Linder: Dreistromland. Stuttgart: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10035-dreistromland_11868, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11868 Rezension drucken
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