/ 21.06.2013
Paolo Foradori / Simona Piattoni / Riccardo Scartezzini (Hrsg.)
European Citizenship: Theories, Arenas, Levels
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2007; 228 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-8329-2940-4Im Zuge der oftmals konstatierten Europäisierung rückt auch die Frage nach einer europäischen Bürgerschaft in den Fokus der Politikwissenschaft. In diesem Band wird dieses Anliegen in drei Blöcken unterteilt analysiert. Follesdal, Giner, Laborde und Nida-Rümelin versuchen sich an einer theoretischen Konzeptualisierung des Begriffes. Während Giner die Entwicklung hin zu einer kosmopolitischen Bürgerschaft wiederum auf frühere republikanische Theorien zurückführt, zeigen Follesdal, Laborde und Nida-Rümelin, dass eine Bürgerschaft nicht unbedingt auf eine nationale Identität zurückführbar sein muss. Vielmehr gehen sie in der Diskussion vornehmlich Habermas'scher Thesen darauf ein, welche Rolle etwa das Vertrauen in Institutionen für eine supranationale Bürgerschaft hat (Follesdal), oder definieren multiple Identitäten bzw. Zugehörigkeiten im Rahmen föderaler Ansätze als „non-identical, multi-level, kooperative and institutional“ (Nida-Rümelin: 69). Im zweiten Abschnitt wird zum einen der Policy-Network-Ansatz (Smismans) diskutiert und es werden Ausblicke auf eine europäische Zivilgesellschaft unter Einbezug klassischer politischer Theorie (Nicoletti) gegeben. Zum anderen werden – stärker von Ansätzen der politischen Kulturforschung geprägt – Dimensionen (politische Rechte, politische Partizipation, politische Identität) des Bürgerschaftsbegriff (Scartezzini) aufgezeigt sowie aus der Perspektive der Internationalen Beziehungen die (möglichen) Auswirkungen institutionellen Lernens auf die Ausbildung von Identitäten dargelegt (Egeberg). Im dritten Teil des Buches werden die Stichpunkte des Urbanismus (Leontidu), der Governance-Forschung (Piattoni), des Kosmopolitismus (Delanty) sowie das Konzept der Zivilmacht (Foradori) am Beispiel der Europäischen Union und vor dem Hintergrund verschiedener Bürgerschafts-Ansätze diskutiert. Aufgrund der vielfältigen Ansätze sowie des durchweg hohen Niveaus der meist abstrakten Analysen ist der Band vor allem für Spezialisten von großem Interesse.
Bernd Schlipphak (SCH)
M. A., wiss. Universitätsassistent, Abteilung Politikwissenschaft, Universität Salzburg.
Rubrizierung: 3.1
Empfohlene Zitierweise: Bernd Schlipphak, Rezension zu: Paolo Foradori / Simona Piattoni / Riccardo Scartezzini (Hrsg.): European Citizenship: Theories, Arenas, Levels Baden-Baden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28128-european-citizenship-theories-arenas-levels_33067, veröffentlicht am 07.03.2008.
Buch-Nr.: 33067
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M. A., wiss. Universitätsassistent, Abteilung Politikwissenschaft, Universität Salzburg.
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