/ 17.06.2013
Irene Gerlach
Familienpolitik
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 404 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 3-8100-3410-XGerlach, Professorin für Politikwissenschaft in Münster, präsentiert eine umfassende Einführung in das Thema Familienpolitik, das aufgrund der niedrigen Geburtenraten in den Industrieländern in den Vordergrund des öffentlichen Interesses gerückt ist. In den ersten beiden Kapiteln skizziert sie die historische Entwicklung von Familienpolitik in Europa und beschreibt die Familie in ihren relevanten gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen in Deutschland. Zusammen mit der Erläuterung von Familienfunktionen versucht sie, Erklärungen für Entwicklungstendenzen zu finden. Das dritte Kapitel hat Motive und Akteure der Familienpolitik im Zeitraum der Bundesrepublik zum Gegenstand. Darauf folgt ein Überblick über die verschiedenen familienpolitischen Instrumente und im fünften Kapitel dann ein europäischer Vergleich. Abschließend werden Reformmöglichkeiten angeboten. Die Autorin fordert, die Diskussion zweckrational statt wertelastig auszurichten. Dazu gehöre auch die Einführung einer Generationenbilanz mit einer monetarisierten „humanvermögensbildenden“ Familienleistung. Das dahinter stehende Ziel ist freilich eine veränderte Verteilungspolitik, wobei die Autorin im Ergebnis ihres europäischen Vergleichs ausdrücklich betont, dass die Höhe der Geldleistungen für Familien deren Entwicklung nicht erklärt: Der Lebensentwurf „Familie“ muss in einem viel komplexeren Umfeld gesehen werden. Dazu liefert das Buch einen vielschichtigen Beitrag.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.342 | 2.331 | 2.262
Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Irene Gerlach: Familienpolitik Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16604-familienpolitik_19070, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19070
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Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
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