Skip to main content
/ 19.06.2013
Albert F. Reiterer

Finnland. Eine kleine Nation und ihre Minderheitenpolitik

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2004 (Minderheiten und Minderheitenpolitik in Europa 4); 201 S.; brosch., 39,- €; ISBN 3-631-51441-7
Die Finnen politisierten sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts gegen die bis dahin dominante schwedische Bevölkerung und erreichten 1917 die Unabhängigkeit von Russland. Die schwedischsprachigen Bürger wurden in der Folge auf dem Festland nicht als Minderheit, sondern im Großen und Ganzen gleichberechtigt behandelt, wohingegen die Ålandinseln weitgehende Autonomie erhielten. Reiterer zeichnet den Prozess der finnischen Nationwerdung in historischer Perspektive nach und stellt dann die Lage der schwedischsprachigen Bevölkerung dar. Dabei wird deutlich, dass unter dem individualrechtlichen Ansatz des Festlands im Gegensatz zu dem kollektivrechtlichen der Autonomieregion die Gruppe der Schweden im Rückgang begriffen ist. Neben der kurz besprochenen russischen Minderheit behandelt der Autor noch die trostlose Lage der Sámi. Die Benutzung des Buches wird anfangs durch die fehlende hierarchische Strukturierung des Inhaltsverzeichnisses erschwert.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.612.23 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Albert F. Reiterer: Finnland. Frankfurt a. M. u. a.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21051-finnland_24560, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24560 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA