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/ 04.06.2013
Jörg Friedrich

Freispruch für die Nazi-Justiz. Die Urteile gegen NS-Richter seit 1948. Eine Dokumentation

Berlin: Ullstein 1998 (Ullstein-Buch 26532); 662 S.; überarb. und ergänzte Aufl.; 32,90 DM; ISBN 3-548-26532-4
Friedrich hat sich in seinen Veröffentlichungen "Die Kalte Amnestie. NS-Täter in der Bundesrepublik" und "Das Gesetz des Krieges. Das deutsche Heer in Rußland 1941-1945. Der Prozeß gegen das Oberkommando der Wehrmacht" vielfach mit brisanten Themen der Zeitgeschichte überzeugend und klar auseinandergesetzt. Die Dokumentation über den teilweise mißlungenen juristischen Umgang mit der NS-Vergangenheit präsentiert der Autor gewohnt kritisch und mit fundierten Argumenten. Daß die deutschen Gerichte große Schwierigkeiten hatten, Vertreter der eigenen Zunft für Verbrechen zu belangen, für die sie den Grundsatz "nullum crimen sine lege" hätten anwenden wollen, gehört zu den Grundtatsachen, die Friedrich anhand der zitierten Urteile ausleuchten kann. Teilweise wurden die angeklagten Juristen rehabilitiert. Die Dokumentation hat ihren unmittelbaren Bezug zur Gegenwart mittels der Frage, wie denn nach der deutschen Wiedervereinigung mit der DDR-Justiz umgegangen werden muß, um die Fehler der 1950er bis 1960er Jahre zu vermeiden. Inhaltsübersicht: I. Der Nürnberger Juristenprozeß; II. Standgerichte; III. Der Oberste Gerichtshof der britischen Zone; IV. Kriegsgerichte; V. Die Abrechnung mit dem Widerstand; VI. Sondergerichte; VII. Die Rassenschande-Justiz; VIII. Der Bundesgerichtshof; IX. Die Polenstrafrechtsverordnung; X. Der Volksgerichtshof.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.3132.35 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Jörg Friedrich: Freispruch für die Nazi-Justiz. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5413-freispruch-fuer-die-nazi-justiz_7091, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 7091 Rezension drucken
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