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/ 21.06.2013
Michael Dellwing

Globalisierung und religiöse Rhetorik. Heilsgeschichtliche Aspekte in der Globalisierungsdebatte

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2008 (Campus Forschung 928); 176 S.; kart., 24,90 €; ISBN 978-3-593-38583-9
Bücher über die Globalisierung sind meist entweder von linken, neomarxistischen Globalisierungsgegnern geschrieben (so die Mehrzahl der politikwissenschaftlichen Literatur zum Thema) oder von ökonomisch-(neo)liberalen Globalisierungsenthusiasten. Dellwing ergreift für keine der Seiten Partei, sondern analysiert das Vokabular beider Richtungen hinsichtlich religiöser Begriffe und Argumentationsmuster. Er zeigt dafür die religiöse Verwurzelung sowohl von Liberalismus (insbesondere calvinistisches Sprachgut) als auch von Marxismus auf und veranschaulicht die rhetorische Anwendung ihrer tradierten Narrative auf die aktuelle Globalisierungsdebatte anhand ausgewählter Schriften. Dabei entdeckt der Autor für den Leser Erstaunliches: In ihrer religiösen Rhetorik sind Globalisierungsbefürworter wie -kritiker ganz nah beieinander, wie beispielsweise im apokalyptischen Motiv der „Zeitenwende“, der nicht entgangen werden kann.
Tamara Ehs (TE)
Dr. phil., Politikwissenschaftlerin am IWK Wien und Lehrbeauftragte an der Universität Salzburg (http://homepage.univie.ac.at/tamara.ehs/)
Rubrizierung: 2.232.2 Empfohlene Zitierweise: Tamara Ehs, Rezension zu: Michael Dellwing: Globalisierung und religiöse Rhetorik. Frankfurt a. M./New York: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29284-globalisierung-und-religioese-rhetorik_34635, veröffentlicht am 12.08.2008. Buch-Nr.: 34635 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA