/ 18.06.2013
Wolfgang M. Schröder
Grundrechtsdemokratie als Raison offener Staaten. Verfassungspolitik im europäischen und im globalen Mehrebenensystem
Berlin: Duncker & Humblot 2003 (Erfahrung und Denken 91); 543 S.; 98,80 €; ISBN 3-428-11050-1Diss. Tübingen; Gutachter: O. Höffe, G. Wieland. - Der Autor fragt nach den grundlegenden Parametern des demokratischen Verfassungsstaates im Zeitalter der Globalisierung: Wie können im Mehrebenen-System der EU die basalen Legitimationsgrößen des modernen - zunächst territorialstaatlich organisierten - Verfassungsstaates, Volkssouveränität und Grundrechte, zur Geltung gebracht werden? Wie lässt sich die praktische Vernünftigkeit der „Grundrechtsdemokratie" auch im regionalen oder globalen Maßstab durchsetzen? Schröder beantwortet diese Fragen, indem er - hierin deutlich sichtbar Schüler Höffes - auf die Grundlagen des normativen politischen Denkens bei Aristoteles und Kant zurückgeht. Während er in Kants Idee einer „Weltrepublik" das normativ-kriteriologische Prinzip des Regierens im Mehrebenensystem findet, sieht er in der aristotelischen „phronesis" ein Konzept, das Vernünftigkeit ins konkrete politische Handeln überführe. Der Anschluss an die moderne, politikwissenschaftliche Diskussion bleibt dabei jedoch stets gewahrt.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.41 | 3.2
Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Wolfgang M. Schröder: Grundrechtsdemokratie als Raison offener Staaten. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20290-grundrechtsdemokratie-als-raison-offener-staaten_23643, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23643
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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