/ 20.06.2013
Klaus-Uwe Gerhardt
Hartz plus. Lohnsubventionen und Mindesteinkommen im Niedriglohnsektor
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006 (Perspektiven der Sozialpolitik); 247 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-531-14842-7Diss. Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät Potsdam. – Die sogenannten „Hartz-Reformen“ sind nicht zuletzt mit dem Anspruch eingeleitet worden, die Arbeitslosigkeit in Deutschland zu halbieren. Neben der auf die Bundesagentur für Arbeit ausgerichteten Managementreform sollte dies hauptsächlich durch die Einführung neuer Instrumente und die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe erreicht werden. Bisher fällt die Bilanz über die damit verfolgte Ausweitung eines Niedriglohnsektors und Formen neuer Selbstständigkeit eher nüchtern aus. Das liegt gewiss auch an Fehlern der Implementation der Gesetze, hauptsächlich aber – so der Autor – am falschen ökonomietheoretischen Bezugsrahmen der „Hartz-Reformen“, der faktisch Prozesse sozialer Desintegration fördert und mehr und mehr Minderheiten von sozialer Teilhabe ausschließt. Dagegen setzt Gerhardt – nach ausführlicher Diskussion von Wirkungen und Nebenwirkungen der neuen Instrumente auf Mikro- und Makroebene – einen eigenen Vorschlag („Hartz plus“), das Arbeitslosengeld II zu einem garantierten Mindesteinkommen weiterzuentwickeln. Wenn Vollbeschäftigung keine realistische Perspektive mehr ist – so das Argument – dann benötigen wir eine soziale Regelung des Niedriglohnsektors, die eine weitere gesellschaftliche Spaltung verhindert.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.342
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Klaus-Uwe Gerhardt: Hartz plus. Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25076-hartz-plus_29025, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29025
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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